Festgefahren
Wir wollten nur ein bisschen frische Luft schnappen, und entschieden uns, eine kleine Spaziergang zu machen. Ulli im Rollstuhl, ich geschoben. Und da ich es netter fand, zwischen Grünzeugs statt zwischen Häuser zu laufen, entschied ich beim Ersichten des ersten ungepflasterte Weges und Grünzeugs rumherum, den Weg einzuschlagen.
Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie grün das Ruhrgebiet sein kann. Als ich vor 10 Jahre hier zum ersten Mal ein Fahrradtour gemacht haben, habe ich es kaum glauben können, hier ein dichten Wald vorzufinden. Mittlerweile weiss ich es ja, aber immerhin: nur Vogelgezwitscher, kaum Autobahn-Geräusch, Ruhe - mit der Stadt auf einem Steinwurfabstand.
Und so gingen wir - irgendwann habe ich auch ein Versuch gestartet, mit dem Rollstuhl vorwärts zu kommen. Gut, das da ein Kippschutz dran war, so auf ungerade Strecke ist das doch eine ziemliche gewöhnungssache - und Ulli hat mir mächtig beeindruckt, wie sie in Schlangenfahrt den Berg runtergefahren ist. Unangeschnallt - ich glaube, ich hätte doch immer den Bedürfnis gehabt, mich anzuschnallen.
Da wir - oder ich - nicht die gleiche Strecke zurück gehen wollte, haben wir versucht, einen Kreis zu fahren. Und wo es den Wahl gab zwischen asphaltiert ohne Fahrradweg oder einen etwas steinigen Weg, wählten wir den steinigen Weg. Der wurde langsam etwas weniger steinig. Dann wuchs hier und da auch mehr Gras dazuzwischen. Dann war der Boden auch kein Stein mehr, sondern Erde oder flachgelaufenes Gras, und das Gras wuchs immer höher.
Hmm. Ich dachte,
dahinter ist der Weg, wo wir vorher gelaufen sind, also brauchen wir nur gerade aus zu fahren, bis wir da wieder feste Boden unter den Füssen bzw. Rädern haben. Umkehren ist auch langweilig, also Augen zu und durch. Der Rollstuhl wurde angepasst: Kippschutz umgeklappt und Gummihalterungen ab, so daß wir uns besser durch den Gras manovrieren konnten. Es war aber absolut keine einfache Sache und irgendwann war es auch egal ob weiter oder zurück: beide Wegen waren gleich schwer. Rechts war ein Roggenfeld oder so - also war es schieben, niesen, schieben, niesen. Irgendwann hat Ulli dann ein Stück gelaufen und ich habe den Rollstuhl getragen, denn es war unmöglich durchzukommen. Und als wir am Roggenfeld vorbei waren, war klar,
dahinter gibt es gar kein Weg, aber quer durchs nächste Feld, ist ein asphaltierter Weg...

Nach gut drei Stunden waren wir zu Hause. Total erschöpft, aber irgendwie war es doch ein klasse Spaziergang :-)
Das habt Ihr dazu zu sagen:Noch nichts!