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TeilgetrenntWas ist die Ideale Lebensform? Zusammen, oder doch nicht? Was macht man, wenn man sich trotz Ehe verliebt? Die Ehe an sich aber nicht aufgeben möchte? Es gibt eine Lösung: das Teilgetrennt-Daseins. Dietmar Wischmeyer hat dieser neuen Lebensstil für das Frühstyxradio genial formuliert. Zum Hören und Lesen, bei Umsetzung ohne Haftung, für Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihrem Partner ;-)Es muß nicht immer der ganze Mensch seinNeuer Trend teilgetrenntVor kurzem wollte der moderne Mensch noch Single sein, doch schon bald ging ihm die Selbstbefriedigung im Angesicht des RTL 2-Programms auf den Sack und er strebte in die sexuelle Grundversorgung namens Ehe. Auch schon dieser Trend ist vorbei, heute ist man, wenn man hip sein will "teilgetrennt", d.h. irgendwie zusammen aber nicht wirklich.Grundvoraussetzung zur Erlangung dieses Status ist das vorangegangene Vollprogramm: Gemeinsam Wohnen, In-Urlaub-Fahren, Essengehen, Poppen, Sprechen, Schlafen, Frühstücken, Einkaufen. Davon kann man jetzt beliebig viele Segmente entfernen und sich seinen eigenen Cocktail des Teilgetrenntseins zusammenstellen. Äußerst populär ist der Mix aus allen Zutaten minus Poppen und Sprechen, sozusagen der alkoholfreie unter den Beziehungscocktails. Wenn´s zu sehr nervt, kann man auch noch Schlafen und Essen abziehen. Übrig bleibt eine extrem stabile Lebensform, die mangels Inhalt durch fast nichts zu erschüttern ist. Schon immer krankte die historische Ehe an ihrer Überfrachtung mit Gefühlen, Alltagssorgen, Glücksversprechen und des nächtens auch noch Schweinkram machen. Das hält auf Dauer auch der Härteste nicht aus. Zieht man von der Summe nun die konfliktträchtigsten Teile ab, bleibt ein überstabiles Gleichgewicht aus sattzufriedenem Unglücklichsein. Da kann nix mehr in die Hose gehen, weil die sowieso schon tot ist. Nun mag sich der Außenstehende fragen, was denn um Himmels willen den Reiz dieser amöbenhaften Lebensbewältigung ausmachen könnte. Aus der Sicht des Komplettgetrenntseins bietet die Teillösung allerdings einige Vorteile: Durch das wenn auch schattenhafte Vorhandensein eines Heteropartners muß man sich nicht am hart umkämpften Beziehungsmarkt positionieren oder entgeht andererseits dem Verdacht, erotisch zur Winterkollektion zu gehören. Zudem kann der teilgetrennte Schattenpartner auch noch ein paar praktische Handreichungen im Alltag zuliefern: Wäsche waschen, Müll runterbringen, Mietanteile übernehmen. Geruhsamer ist das Zusammenleben unter Menschen eigentlich nicht mehr vorstellbar; dagegen ist der Bastelabend im Seniorenstift ein Ort knisternder Erotik. Gerade die in beruflicher Karriere massiv eingebundenen FrühDreißiger scheuen immer mehr, zuhause eine zweite Front aufzumachen und wählen die Heterofassade als kommode Lebensform. Damit der ganze HokusPokus nicht aus Versehen doch einmal auseinanderfliegt, kann man das Kunstgebilde durch Immobilienerwerb zusätzlich stabilisieren. In eigener Kalksandsteinhülle gedeiht die Melange aus Sicherheit, Gewöhnung und gegenseitigem Angenöle erst richtig. Unterfüttert man das teilgetrennte Dasein noch durch Fettlebe und gut gefülltes Girokonto, gibt es kein Entrinnen mehr. Wie die feisten Krokodile in der prallen Mittagssonne liegen an Spaß und Leiden amputierte Heteros schweigend in ihrem gemeinsamen Leben herum. Quellenhinweis Dies wurde hier publiziert mit freundliche Genehmigung von Dietmar Wischmeyer, der Autor von "Teilgetrennt". Dieser Text ist urheberrechtlich geschützt und darf nicht, auch nicht auszugsweise, ohne vorherige Genehmigung kopiert, publiziert oder auf irgendeine andere Weise vervielfältigt werden. Mehr zu Dietmar Wischmeyer gibt es unter www.wischmeyer.de und www.fsr.de
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