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Absurden AbmahnkulturDie ganze Geschichte mit der Abmahnung lässt mich nicht los - und vor allem nicht inhaltlich. Denn die Abmahnung, die ich als Blogbetreiberin bekommen habe, haben auch Forenbetreiber bekommen. Mit als Begründung, wie bei mir, das (noch nicht rechtskräftige) Heise-Urteil. Das Abmahnschreiben an Supernature-Forum ist sogar identisch mit meiner (mit Ausnahme der zitierte Beiträge/Kommentare natürlich, und er ist nur von einer Firma und ich von 4 gleichzeitig abgemahnt worden). Er hat seine Abmahnung hier online gestellt. Und wer ist noch alles von der Kanzlei/Firma abgemahnt worden?
Und heute Morgen las ich bei Engelbert das auch das private Homepage Secreta.de abgemahnt wurde - wohl von ein anderen Kanzlei und auch ein anderen Betrag - aber mit der gleiche Begründung.
Kann man hier überhaupt noch frei reden? Muss jetzt jeder private Blogbetreiber damit rechnen, eine Abmahnung zu bekommen, weil irgendwer irgendwas in den Kommentare in sein Blog hinterlassen hat? Wird jetzt jeder Blogger dazu gezwungen, ein Rechtsanwalt neben sich sitzen zu lassen, der jeden Eintrag ein rechtliches "ok"-Stempel gibt? Gibt es hier überhaupt noch die Möglichkeit, ungezwungen und frei mit anderen zu Kommunizieren?
Wenn ich jetzt schon mitkriege, wie viele Blogger jetzt schon Zeit aufwenden müssen, um an deren Spamfilter für Spam-Kommentare zu schrauben, einzelne Kommentare freischalten müssen oder mit CAPTCHA-Eingabe arbeiten müssen - kann das Bloggen dann überhaupt noch spaß machen? Wenn das Betreiben eines Blogs so langsam in richtig Arbeit ausartet?
Das meinte ich auch hier. Ohne Internet brauchte man sich um solche Dinge überhaupt keine Sorgen zu machen. Aber mit Internet ist die Welt größer. Und das blöde in Deutschland ist, daß jeder abmahnen kann, und die die abgemahnt werden, aktiv werden müssen. Die tragen ggfs. die Kosten, alles muss stehen und liegen bleiben, es kostet den abgemahnte Zeit, Geld und Nerven.
Denn, was macht der Ahnungslose mit einer Abmahnung? Der möchte kein Ärger, hat vielleicht kein Lust zum RA zu laufen weil er entweder das Geld dafür nicht hat oder grundsätzlich nichts mit Anwälte am Hut hat. Er unterschreibt erstmal die Unterlassungserklärung (er glaubt ja, dass der Inhalt stimmt, weil das Schreiben von einer Anwalt kommt) und zahlt und hofft, er hat damit seine ruhe.
Wenn jetzt auch noch mit ein nicht-rechtskräftigen Urteil in der
private Blogger-Szene abgemahnt wird, und dann sogar noch für Inhalte die man nicht selbst geschrieben hat, wird diese Abmahnkultur in Deutschland ja noch absurder. Und gefährlicher für jeden, der eigentlich spaß an der Internetkultur hat und sich da öffentlich bewegt und präsentiert in zum Beispiel Blogs. Es verringert den Spaß an das Leben im Netz erheblich.
Diese ganze Abmahnkultur sollte ein Riegel vorgeschoben werden. Mann sollte nicht, wie jetzt, sofort kostenpflichtig abmahnen dürfen. Vor der Abmahnung gibt es noch den ersten Kontaktaufnahme per Mail oder per Telefon. Man kan ganz normal sagen, was einem nicht gefällt und der Betreiber dazu auffordern, die Geschichte zu klären. Erst wenn da keine Einigung zu finden ist, könnte eine Abmahnung per Rechtsanwalt geschrieben werden. Aber auch dann: Kosten sollten erst dann geltend gemacht werden können, wenn der Abmahner tatsächlich im Recht steht. Höchstens eine Aufwandspauschale von 25 Euro oder so (aber nicht von 1843 Euro!) könnte man grundsätzlich in Rechnung stellen.
Anders geht es beim Mahnwesen einer Firma doch auch nicht. Erst 3 Mal mahnen mit Mahngebühr und den Gemahnte Zeit zum Überweisen geben, und nach verlauf sämtliche Fristen können weitere Schritte genommen werden.
Ich verstehe nicht, wieso dies in unser Rechtssystem nicht einzubauen ist. Vielleicht ist dies mal ein Anlass, um darüber nachzudenken. Und es sollte überdacht werden, denn zuviele private Leuten können sonst ungewollt Opfer solcher Abmahnungen werden.
Über diesen Beitrag: "Absurden Abmahnkultur" wurde am 03. März 2006 - 11:52 geschrieben und ins Netz gestellt. Es wurde seitdem 7190 Mal detailliert angeschaut. Mit 11 Kommentare hat dieser Beitrag ein Ziel-Erreichungsgrad von 0,15 Prozent. Die Erstellungsdauer dieses Textes beanspruchte 69793 Sekunden, während der eine mittlere Buchstabengeschwindigkeit von 0,063 Zeichen pro Sekunde erzielt wurden. Ferner beinhaltet dieser Beitrag den Buchstaben i in 228-facher Ausfertigung. Dies entspricht einer i-Dichte von 5,15 Prozent. Dieser Beitrag ist in der Kategorie Tagebuch und im Archiv von März 2006 abgelegt worden und kann mit http://www.bloggitt.de/gebloggitt1397.html direkt verlinkt werden.
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Und das habt Ihr dazu zu sagen:
| Angels Sin (http://nikki.kenmai.de/KuroiBlog.php) @ 03. März 2006 - 14:40 | Wieso muss ein Betreiber einer Seite für Kommentare anderer haften? Mir wird bekannt gegeben, dass ein Kommentar, Beitrag oder ähnliches nicht mit dem hissigen Gesetz in Einklang gebracht werden kann, ich als Betreiber lösche das Dingens und gut ist.
So wie das hier aber vor sich geht, können wir das mit den Kommentaren und all dem drumherum gleich sein lassen und die öffentliche Kommunikation auf Untergrundbewegungen beschränken... man läuft ja sonst überall der Gefahr zu, abgemahnt zu werden.
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| Torsten (taxi-blog.de) (http://www.taxi-blog.de) @ 04. März 2006 - 00:08 | In der Sache hast Du natürlich recht. Zwei kleine Korrekturen nur: Es kann natürlich nicht jeder jeden abmahnen. Zumindest kommt man da nicht mit durch. Einen Grund sollte ich schon angeben können. Das dieser Grund auch von völlig Fremden geliefert werden kann, ist ein unhaltbarer Zustand und wird hoffentlich bald richterlich einkassiert.
Und zu den Mahnungen: Sobald eine Zahlung fällig wird, kann (kann, geschickt wäre das nicht...) man direkt ins gerichtliche Mahnverfahren mit allen dabei entstehenden Kosten gehen. Meinetwegen auch schon ein paar Tage nach Rechnungsstellung. Wie gesagt, klug wäre das sicher nicht...
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| Thinkabout (http://myblog.de/thinkabout) @ 04. März 2006 - 14:03 | Ich vermisse in der Diskussion den Blick aufs andere Ufer: Stelle Dir vor, jemand notiert über Dich eine Unwahrheit. Im Netz ist sie unkontrolliert von jedermann zu lesen. Als Blog-Betreiber sind wir wie Verleger oder Zeitungsherausgeber Veröffentlicher von Information. Damit tragen wir auch eine Verantwortung, aus der wir gar nicht entlassen werden können. Ist nun mal so. Das hat auch einen positiven Aspekt: Wird umgekehrt etwas veröffentlicht, das der Wahrheit entspricht, ist es unanfechtbar und gültig ein Mittel, eine Stimme zu bekommen, während eine Zeitung das vielleicht unterschlagen würde. Wahrheitsnähe und Überprüfung von Inhalten und ein Zwang dazu können auch helfen, Blogs seriöser zu machen.
Thinkabout
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| Birthe @ 04. März 2006 - 14:23 | Hi Thinkabout,
das ist mir auch schon passiert, also ich weiss, wie das ist (war leider ein anonymes Blog, also kein rankommen).
Aber in so einem Fall - wo der Betreiber bekannt ist - könnte mann, statt direkt zum Anwalt zu laufen, anrufen oder Mailen. Wenn es _dann_ zu keiner Einigung führt oder der Eine sich quer stellt, und man fühlt sich im Recht und geht dann zum Anwalt (und der, der nicht \"mitwirkt\" wird dies auch angekündigt aber er reagiert nicht), sollte eine Abmahnung durchaus möglich sein. Natürlich.
Ich finde nur, so wie es jetzt oft läuft, nicht korrekt. Es verleiht zur Missbrauch. Wenn der Firma, der mir abgemahnt hat, mir angerufen hätte, hätte ich die betroffene Kommentare und Namen auch so gelöscht. Das ist echt kein Problem.
Das ist imo der große Punkt. Und da meine ich auch, was geändert werden sollte: bevor man abmahnt per Anwalt, sollte erstmal ein Anruf oder ähnliches getätigt werden, um zu versuchen, das Problem so zu lösen.
Übrigens, was Torsten schreibt (mit dem Mahnverfahren) - das wusste ich nicht und das überrascht mich auch!
Übrigens zum Thema \"Wahrheit\": meine Wahrheit ist nicht unbedingt deine Wahrheit. Das ist auch das Problem bei Kommentare oder auch die Moderation von Kommentare. Es ist durchaus interessant und lehrreich eine Diskussion zu führen, wo mehrere seine Auffassung einer Situation erzählen. Diese Art der Diskussionen sollten meiner Meinung nach immer möglich sein...
Viele Grüsse,
Birthe
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| Thinkabout (http://myblog.de/thinkabout) @ 04. März 2006 - 16:22 | Hallo Birthe
Natürlich muss es möglich sein, seine Meinung zu vertreten. Und gegen subjektiv empfundene Wahrheiten und Stellungnahmen ist auch von niemandem was einzuwenden. Da hat auch kein Anwalt eine Chance. Und natürlich wäre es sehr viel stilvoller, zuerst, wenn ich mich geschädigt fühle, den Kontakt persönlich zu suchen. Und Anwälte, die damit Geld verdienen, kommen natürlich auf den Geschmack. Dennoch meine ich, dass gegen mit gesundem Menschenverstand gepflegte Blogs mit Anwälten nicht beizukommmen ist. Weiterhin nicht. Und in diesem Sinn werden wir alle doch sicher erst recht weiter machen, nicht wahr?
LG
Thinkabout
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| Asgard aus Deutschland @ 04. März 2006 - 21:19 | Wieso wundert sich keiner, das zunehmend mit Fake-Namen u.ä. gearbeitet wird? Wer hat als \\\\\\\"Stino-Internet-User\\\\\\\" soviel Durchblick, das er (oder sie) ruhig online Leben kann? Ich jedenfalls nicht, obwohl ich eine kommerzielle Webseite betreue. Es geht nicht ohne Rechtsanwalt....
Dieselben Leute stehen dann 3 Tage später irgndwo bei irgendwem auf der Matte und zocken dann ab. Was soll das?
Man kommt nicht umhin, seine Webseite auf einem ausländischen Server unter falschen Namen zu hosten.
Armes Deutschland....
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| eco (http://www.realizeme.de) @ 05. März 2006 - 17:17 | Das Problem sind nicht nur abmahngeile Anwälte. Das Problem sind auch ahnungslose Richter, die solche Urteile fällen. Ich bin schon lange dafür, spezialisierte Gerichte für IT-Recht einzuführen. Sowas gibt es schließlich auch für Familienrecht, Arbeitsrecht usw. Mit Richtern die Ahnung von der IT haben, und nicht nur ab und zu ihre Mails bei AOL checken, würde es so einen Nonsens nicht geben.
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| Sven (http://www.svenscholz.de) @ 05. März 2006 - 23:20 | Wenn du belegen kannst, dass du eine \"Serienabmahnung\" bekommen hast hast du gute Karten - denn die sind verboten...
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| Rashy @ 05. März 2006 - 23:41 | Armes Deutschland !
Das Rechtssystem hier wird langsam genauso bescheuert wie in den USA.
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| Soulfire (http://soulfire-vom-sek.blog.de/) @ 06. März 2006 - 15:37 | So Hallo
Ich habe das gelesen und ich sage es ist eine Frechheit was sich so manch eine Abzocker Firma erlaubt. ich hab es mir nicht nehmen lassen und meine gedanken gegen so eine Firma nieder zu schreiben. Lesen kann man diese auf meinen Blog. Ich hab eine Wut die nicht mehr schön ist. Ich hoffe bloß das ich es schaffe ein paar von den Drückern abzufangen und ihnen das Leben schwer zu machen. Ich hab richtige Lust drauf ihnen zu zeigen wo es lang geht. Totalitär will ich den säcken bei bringen wie es läuft und was Drogen sind. Dazu suche ich ein Ort in den viele Junkies sind und hetze sie auf die \"angeblichen ex junkies\". Und schau mir das vom weiten an und geniese diesen anblick.
Gruß Freak von einem anderen Blog
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| Peter Becker (http://www.peter-becker.de) @ 08. März 2006 - 21:38 | Normalerweise ist es so, dass Menschen durch das Strafgesetzbuch vor Übler Nachrede und Verleumdung geschützt werden. Man darf böse Aussagen nur machen, wenn man sie auch beweisen kann. Und das ist eigentlich gut so.
Leider wird dieser Schutz auch missbraucht von Ganovenfirmen, die mit Hilfe von Winkeladvokaten verhindern, dass man vor ihnen warnt oder über sie diskutiert. Ich selbst habe solche Versuche wiederholt erlebt (zur Zeit liegt ein Fall bei meinem Anwalt), und habe jetzt zufällig durch einen Artikel der Frankfurter Rundschau diesen Blog mit dem Fall eines Zeitschriftenvertriebs gefunden. (Ich habe von meinem eigenen Blog von heute einen Querverweis auf gebloggitt798 gesetzt.)
Ich wäre dafür, dass in solchen Fällen, nämlich wenn von den Aussagen keine \"natürlichen Personen\" (= Menschen) sondern \"juristische Personen\" (= Firmen) betroffen sind, die Beweislage umgekehrt wird. Firmen müssten solche Aussagen und Diskussionen dulden müssen, solange sie nicht das Gegenteil beweisen können.
Aber setz das mal durch in der BananenRepublik Deutschland.
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