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(Un-)Recht im Internet

"Jeder der im Internet ist, sollte sich vorher über seine Rechte im Internet informieren." Das ist genauso schwachsinnig wie "Jeder der geboren wird, sollte sich vorher über seine Rechtslage informieren." Oder gibt es deswegen der Frist bis man als 18 Jahre als "Erwachsen" zählt - bis dahin sollte man das BGB auswendig gelernt haben?

Ich denke mal, ausser Jura-Studenten und sonstig interessierten, werden die wenigsten das BGB kennen. Die Meisten sind in ein (nach ich hoffe gutes!) Gefugium von Normen und Werte erzogen worden und leben danach - und die Meisten werden die Gesetzen, unter dem wir in diesen Rechtsstaat leben, nicht in allen Einzelheiten kennen.

Unrecht kann mir richtig zum Heissglut bringen. Vielleicht auch daß mir deswegen das Thema mit den Abmahnungen so nah geht. Und vor allem die Zumutbarkeit, sich mit alles auszukennen. In ein ganz anderen Zusammenhang (also nicht Abmahnungen) habe ich das diese Woche auch nochmal erlebt. Ein Person hatte eine bestimmte Auffassung, will sich darüber an offizieller Stelle aufklären, setzt sich für seine Sache, seine Meinung ein, in seiner Energie lässt er den einen oder anderen Satz zuviel fallen und wird zum aller Schluss damit konfrontiert, dass er in seiner Naivität ein riesen Fehler damit gemacht hat. Man sollte in solche Situationen ein Auge zudrücken können.

So auch im Internet. Es gibt nun mal vielen, für die das Internet eine riesen Spielwiese ist. Und die sich nun wirklich nichts dabei denken. Die Stolz sind, wenn sie eine eigene Internetseite erstellen können, und sogar vielleicht ein Forum oder ein Blog oder ein Gästebuch einstellen können. Heisst das denn gleichzeitig, dass sie mit alle Feinheiten bekannt sein müssen? Müssen die direkt kostenpflichtig abgemahnt werden können? Muss denen direkt den Spaß verdorben werden, vielleicht sogar in den Ruin getrieben werden?

Insbesondere nach heute weiss ich wirklich nicht mehr, ob mir das hier noch Spaß machen kann. Es fühlt sich so ein bisschen an, als ob das Damokles-Schwert beängstigend nah über mich schwebt. Es wird immer irgendwo irgendwelche Leute geben, die sich durch irgendwas was ihre Mitmenschen (in seiner Freizeit) machen, in ihre eigenen Wohlbefinden beeinträgtigt fühlen. Ob es Jugendliche sind, die auf dem Bolzplatz spielen, jemand der ein Musikinstrument lernt, oder jemand ein Weblog führt wo Meinungen ausgetauscht werden.

Wie geht man mit Konflikte um? Muss direkt der große Keule rausgeholt werden, oder sucht man - auch wenn das manchmal der schwierigere Weg ist - erst das Gespräch, um zu einem Kompromisslösung zu kommen?

Ich bewundere Leute wie ihm, die den Mut und die Nerven haben, so auf Konfrontation zu gehen. Ich bin mittlerweile froh (oder feige?), daß ich für mich die Sache abschliessen kann und mein Gegner sogar (ohne Anwalt - denn es geht auch ohne!) den Weg zur Telefon gefunden hat, um letzte Unstimmigkeiten zu beseitigen. (Herr P., Sie sagten, alles ist jetzt geklärt, ich hoffe, ich kann mich auf Sie verlassen!)

Es nimmt aber nicht Weg, daß ich Aktionen wie rettet-das-internet.de unterstütze, und sämtliche Aktionen in der Richtung für klare Gesetzgebung und korrektere Umgang mit Abmahnungen begrüsse und unterstützen werde. Wie ich schon eher geschrieben habe: die erste Kommunikation sollte nicht über den Anwalt gehen. Zuerst ein Anruf - den Schritt über den Anwalt kann man immer noch im Hinterhand halten. Klar, mit einem Mail oder einem Fax hat man zwar was schriftliches, aber nichts lässt sich schlechter per Mail oder Fax klären als ein Zustand, der für die eine Partei eine Unzustand bedeutet - Missverständnisse und Unverständnisse sind per Schriftverkehr eben vorprogrammiert, je nachdem wie überdacht man solche Abmahnungen dann noch schreiben kann.

Zum Schluss noch ein par Links aus meine Streifturen in den letzten Tagen:

der Gründerleitfaden wo auch was über Multimediarecht zu finden ist.

Peter Becker hat schon einige Anstrengungen gemacht, Klarheit beim Justiz-Ministerium zu bekommen.

Und wie wahr wird hier zum aktuellen Thema, in wiefern Blog- und Forenbetreiber für die Inhalte der Kommentare verantwortlich gemacht werden können, geschrieben: "Frei sind wir schon lange nicht mehr"

Frei Sind Wir Schon Lange Nicht Mehr


Über diesen Beitrag:
"(Un-)Recht im Internet" wurde am 10. März 2006 - 18:50 geschrieben und ins Netz gestellt. Es wurde seitdem 1768 Mal detailliert angeschaut. Mit einem Kommentar hat dieser Beitrag ein Ziel-Erreichungsgrad von 0,06 Prozent. Die Erstellungsdauer dieses Textes beanspruchte 8304 Sekunden, während der eine mittlere Buchstabengeschwindigkeit von 0,585 Zeichen pro Sekunde erzielt wurden. Ferner beinhaltet dieser Beitrag den Buchstaben m in 112-facher Ausfertigung. Dies entspricht einer m-Dichte von 2,31 Prozent. Dieser Beitrag ist in der Kategorie Tagebuch und im Archiv von März 2006 abgelegt worden und kann mit http://www.bloggitt.de/gebloggitt1406.html direkt verlinkt werden.


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Und das habt Ihr dazu zu sagen:
erowyinn (http://sarasalamander.de) @ 10. März 2006 - 19:23
Es gibt den schönen Spruch \"Unwissen schützt vor Strafe nicht\". Leider ist es so. Wer eine Straftat begeht, der kann theoretisch auch deswegen angeklagt werden. Aber es heißt auch: \"Wo kein Kläger, da kein Richter\". Jeder Mensch übertritt im Alltag hier und da gewisse Regeln und weiß um die Konsequenzen oder meistens leider nicht. Wer an einer Stelle geblitzt wird, an der er das Schild gar nicht gesehen hat warum auch immer, fährt zu schnell, ohne es zu wissen, und hat einfach Pech. Ist verd**** ärgerlich, aber so ist es leider im Leben.

Aber eines macht mich im Internet wirklich fuchsig: manche legen es regelrecht darauf an, Leute zu erwischen, die sie abmahnen können. Wenn jemand einen Fehler gemacht hat, zumal es dann im Web oft so kleine Dinge sind, dann sollten ein Anruf oder ein Gespräch genügen. Dass jemand dann sofort mit der hammermäßigen Keule kommt, ist eine Frechheit. Denn im Alltag funktioniert ja auch oft die menschliche Variante ... etwa als ich versehentlich ohne Ticket fuhr und der Beamte dann den Schein zerriss, weil er mir glaubte ... doer die mündliche Verwarnung, wenn einen die Polizei bei kleinen Verkehrsdelikten, etwa einer kleinen kurzen Parksünde erwischt, ...

Aber im Initernet, mit denen, die sich nicht auskennen, mit denen kann mans machen *seufz* ...




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