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Endlich: das SEO-Zertifikat. Gut. Oder?

In 2002 gab es schon Richtlinien, in 2004 gab es dann ein neuer Versuch (die ich nicht unterstützte), und heute wurde bekannt, daß sich die BVDW dazu durchgerungen hat, ein SEO-Zertifikat auch für nicht-Mitglieder auszugeben. (Quelle)

Die Kriterien für das SEO-Zertifikat sind gerade online geschaltet worden. Und auch diesmal werde ich mich wohl nicht an die Zertifizierung beteiligen.

Es gibt 4 Bereiche, die bei der Zertifizierung berücksichtigt werden: Erfahrung, Transparenz, Arbeitsweise und Engagement am Markt. Die für mich wirklich relevante Bereich ist die Arbeitsweise. Die andere drei, naja, daß man einigermaßen seriöses Zertifikat nicht einfach durch das unterschreiben eines Formulars, wie das in 2002 war, erhalten kann, finde ich schon sinnvoll. Aber wieder ist mit dieser Zertifizierung der SEO-Freelancer, der durchaus 10 Jahr Erfahrung hat, sämtliche SEO-Projekte vorlegen kann und eine korrekte Arbeitsweise vorzeigen kann, von Anfang an aussen vor.

Die BVDW sagt zwar, in Ausnahmefällen ist eine Erteilung bei Erfüllung der Kriterien in drei Bereichen auch möglich. Also lese ich die Kriterien mal durch.

1) Erfahrung
Wenn man ein Handelsregistereintrag hat, und mind. 250.000 EUR SEO-Honorarvolumen (in welchem Zeitraum?), hat man Erfahrung. Ich habe als SEO-Freelancer (ich nenne mich mal so, weil ich ein 1-Mann Betrieb bin, die mit andere Freelancer zusammenarbeitet) kein Handelsregistereintrag, empfinde das auch als völlig überflüssig, und mein Honorarvolumen ist sicherlich nicht 6-Stellig. Macht mir das jetzt weniger erfahren? Ich meine nicht, ich kann ja auch fast 6 Jahre seriöse Kundenaktivität in dem Bereich nachweisen, aber gut, dann mache ich mich mal Bereit für den Ausnahmefall ;-)

2) Transparenz
Kein Problem, mache ich, ich weiss zwar nicht in welcher Form das dargelegt werden soll, aber das wird sicherlich zu schaffen sein, da ich immer mit meinen Kunden offen arbeite.

3. Arbeitsweise
Dieser Punkt ist interessant. Viele Dinge, die dort beschrieben werden, sind für mich Selbstverständlichkeiten und ich finde es gut, das die BVDW dieser Bereich so konkret und ausführlich ausgearbeitet hat. Aber immer sind imo noch Hintertürchen offen:

"- Schriftliche Dokumentation, sofern ein Kunde auf der Umsetzung einer bestimmten Maßnahme trotz gegenteiliger Empfehlung durch die Agentur besteht."
Das heisst: wenn mein Kunde sagt, ich soll für ihm spammen, darf ich das machen wenn er mir dazu schriftlich beauftragt.
Eigentlich ist das sowieso eine gute Idee, wenn man so arbeitet, sich das ok vom Kunden zu holen ;-)

"Keine Kundenschädigenden SEO-Maßnahmen jeglicher Art (z.B. URL-Highjacking, Einsatz von Dialern)."
Hmm, "zum Beispiel"... Wer bestimmt, was Kundenschädigend ist und was nicht? Hier nur Beispiele zu nennen, finde ich eigentlich unvollständig.

"Keine Abgabe von unseriösen Zusagen und Garantien hinsichtlich des Erreichens konkreter Ranking-Positionen zu einzelnen Keywords."
Auch hier wieder: wer bestimmt schon, was "unseriös" ist? Es ist imo ein zu subjektiver Begriff, der jeder für sich anders auslegen kann.

"Kein Einsatz von unsichtbaren Links im Webseiten-Quelltext. ("unsichtbare Links")."
An dieser Stelle hätte ich mal eine konkrete (ernstgemeinte) Frage an die BVDW-Arbeitskreis: was nennt ihr "unsichtbar"? Ist ein interner Link, der in eine Subnavigation erst auftaucht, unsichtbar oder nicht? Und was ist mit Links in der Subnavigation, die per CSS ausgeblendet werden wenn die Seite nicht aktiv ist?

"Keine themenfremde Verlinkung von Kundenwebsites untereinander, zur Bildung eines künstlichen Linknetzwerkes. ("Kunden-Linknetzwerk")."
Noch eine Frage: ist die Bildung eines künstlichen Linknetzwerkes wohl erlaubt, wenn die Kundenwebseiten nicht themenfremd sind?

Bitte optimieren Sie nochmal den Bereich "die Arbeitsweise" ;-)

4. Professionalität / Engagement am Markt
Auch hier finde ich wieder das Wort "Professionelle" zu subjektiv. Was oder welches Mitarbeiter/Kunden-Ratio ist denn bitte professionell?
Und nicht jeder kommt in den Genuss, Fachbeiträgen zu schreiben oder Vorträge bei Fachveranstaltungen zu halten, sondern sind einfach fleissig und legen nicht so einen Wert auf tolle Auftritte oder Texte, und stecken deren Energie lieber direkt in deren Kunden.

Fazit
Immer noch finde ich, daß die Zertifizierung zu vielen ausschliesst. Und für mich persönlich weiss ich nicht ob mir eine Zertifizierung soviel bringt, wo ich bereits Kunden im 5. Empfehlungsebene bediene...
Ich werde das Zertifikat auch diesmal wohl nicht beantragen. Die 3750 Euro verwende ich sowieso lieber für eine Restauration meines Klaviers (oder so)...

Weiterlesen bei Gerold: noch zwei pikante Noten zu den Thema...

Über diesen Beitrag:
"Endlich: das SEO-Zertifikat. Gut. Oder?" wurde am 30. März 2006 - 14:44 geschrieben und ins Netz gestellt. Es wurde seitdem 7494 Mal detailliert angeschaut. Mit 12 Kommentare hat dieser Beitrag ein Ziel-Erreichungsgrad von 0,16 Prozent. Die Erstellungsdauer dieses Textes beanspruchte 3067 Sekunden, während der eine mittlere Buchstabengeschwindigkeit von 1,746 Zeichen pro Sekunde erzielt wurden. Ferner beinhaltet dieser Beitrag den Buchstaben s in 222-facher Ausfertigung. Dies entspricht einer s-Dichte von 4,14 Prozent. Dieser Beitrag ist in der Kategorie Zu Suchmaschinen u.m. und im Archiv von März 2006 abgelegt worden und kann mit http://www.bloggitt.de/gebloggitt1413.html direkt verlinkt werden.


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Und das habt Ihr dazu zu sagen:
Torsten aus Magdeburg (http://www.torstenmaue.net/seo.html) @ 30. März 2006 - 14:54
Wieder so ein Zertifikat, was keiner wirklich braucht. Ich werde da auch nicht irgendwem mein hart erspartes Geld in Rachen werfen.

Chris (http://www.gesundeschule.tk) @ 03. April 2006 - 16:34
Na Bill Bates hat ohne SEO-Zertifikat und 1000 Richtlinien einen mächtige Firma aufgebaut. verstecken sich die Deutschen nicht zu sehr hinter ihren tollen Dokumenten und Zertifikaten.
Wie wäre einfach die Leistung eines Unternehmers/Unternehmerin zu würdigen und nicht seine Papiere.
Viel Erfolg wünscht Chris

tomparis (http://www.dmoz-blog.de/) @ 17. April 2006 - 20:20
Ich finde den Ansatz des Zertifikats sowie dessen prinzipielle Notwendigkeit lobenswert.

Ich kann und will zu den einzelnen Punkten sowie den geäußerten Bedenken nicht detailliert Stellung nehmen. Ich möchte jedoch, auch weil ich denke, es passt hier ganz schön, darauf aufmerksam machen, das die Branche durchaus ein Image-Problem hat. Das liegt u.a. auch daran, dass sehr, sehr viele Anbieter unterwegs sind, die im Grunde nicht wirklich wissen, was sie machen. Das Ergebnis bestaune ich dann Tag für Tag, wenn ein SEO im Auftrag eines Kunden beispielsweise eine Site beim Open Directory Project vorgeschlagen hat. Da ist es i.d.R. zu viel verlangt die Kategoriebeschreibungen und die Nomenklatura zu lesen. Selbst Rechtsschreibung scheint viele unprofessionelle SEOs vor eine erhebliche Hürde zu stellen.

Per Saldo denke ich daher, dass eine Zertifizierung die Spreu vom Weizen trennen kann. Ich denke das ist auch im Interesse der Anbieter, die ihren Job vernüftig machen und/oder lernfähig sind.

fromex (http://www.tischlerei-manfred-brandt.de) @ 17. August 2006 - 09:57
ich kann mich der letzten Meinung nur anschließen. Allerdings ist es Schade, dass beispielsweise seriöse Einzelunternehmer keine Chance auf eine anerkannte Qualifikation haben. Die Referenzen und zufriedenen Kunden sprechen jedoch genauso gut für sich. Dann muss man soetwas halt zu seinem Aushängeschild machen.

Lothar (http://gutscheincode24.de) @ 02. Dezember 2006 - 17:00
Glauben die wirklich, mit so einem wahrscheinlich nutzlosen Zertifikats-Schrieb über 3000 Euro kassieren zu können?! Das macht doch kein Mensch.

Klaus (http://www.mode-and-more.de) @ 27. Januar 2007 - 21:25
Wer in der Industrie Arbeit und dann mitbekommt was ISO Qualifiziert bedeutet der weiß was Zertifikate Wert sind. Sehr viel für die, die Zertifikate vergeben.
Nebenbei die Betriebe die an den Gammelfleisch Skandal beteiligt waren sind Qualifizierte Betriebe gewesen...

blass (http://www.suma-pro.de) @ 23. März 2007 - 19:28
Zertifizierungen gibt es in anderen Bereichen nach der ISO vom TÜV oder DDV auch schon lange. Aber was sagen diese Zertifizierung aus? Was wird kontrolliert? Es sind schriftliche Darstellungen, mehr nicht. Prüft der BVDW die Qualität eines SEM oder SEO? Nein! Sie prüfen die Präsentationsfähigkeiten. Ist es so aufgeschrieben, das es die Prüfer verstehen? Nicht weniger, aber auch nicht mehr. Und da ein Prüfer damit hauptberuftlich beschäftigt ist, entstehen diese hohen Kosten.
Was sagt das BVDW-Zertifikat aus?
Eigentlich nur, daß man seine Arbeit verständlich dokumentiert.
Ob die Arbeit gut oder schlecht ist, ob es die SERP der Kunden gesteigert hat, wird nicht beurteilt.
Es ist wie in der (Berufs-)Schule oder der ganzen Werbebranche: Laber, laber, Loch im Eimer...

presell page (http://www.presellpage-service.de) @ 07. Januar 2008 - 21:15
die firma mit o hat auch ein zertifikat...

Dennis aus Kyritz (http://www.der-seo-freelancer.de) @ 13. Januar 2008 - 23:35
So schnell wie die Suchmaschinen ihre Direktiven ändern ist es eh nicht lange aktuell. Zertifikate sind zwar gut, Prüfungen sind aber besser.

seoline aus Google (http://www.seoline.de) @ 04. Februar 2008 - 19:18
Was bringt einem eine Auszeichnung wenn er trotzdem keine Ahnung vom Fach hat. Das Ranking sagt doch am ehesten aus ob jemand Ahnung hat oder nicht...

webmanager (http://suchmaschinenoptimierung.eventax.com) @ 26. März 2008 - 17:28
Und: Wer möchte schon Unternehmenszahlen vor dem Verband (und damit vor dem Wettbewerb) offenlegen. Das Zertifikat sollte am besten wieder abgeschafft werden, da es erstens eh keiner kennt und zweitens keinen echten Mehrwert bringt.

Jens aus D (http://www.kmu-optimierungsdienst.de) @ 10. April 2008 - 14:54
Hi wie viele hier schon schreiben, was sagt uns das Zertifikat? Wer diese Dienstleistung haben möchte sollte ganz einfach bei der Suchmaschine die relevanen Key von solchen Firmen mal testen, und er wird auf die treffen die es können, aber bitte nicht bei Adwords klicken, das kann jeder.
Und der Suchende sollte auch wissen das eine reelle Optimierung Geld kostet, weil viel Zeit verbraucht wird. Die Firmen die anbieten Optimiereung für 149€ und ähnlich kann ich nicht verstehen, das ist für mich Nepp





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