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Von Ehrlichkeit und ErdbeerenIch wollte schnell nach Hause, denn ich war schon spät und ich hatte vom Bahnhof auch kein Meldung senden können, daß ich jetzt erst unterwegs war, denn es gab nur ein Kartentelefon und zu wenig Zeit um eine Karte zu besorgen (ich weiss, Handy ist im Arbeit).Der Zug fuhr los: MIST! Vergessen ein Zusatzticket zu kaufen! Was soll ich machen, erstmal so tun, ob alles ok ist, oder schon von vorne hinein Ehrlich sein? Ich wähle das Letzte, denn ich kann nicht gut lügen (ist auch besser so). Also sage ich den Schaffner, der schon schnell bei mir war, daß ich wohl noch was zukaufen muss. Wo ich hin muss - nach Aldekerk. Er tippt was ein auf sein Gerät und verlangt 1,60 EUR. Ich gib ihm das Geld und er druckt ein Ticket aus, gibt mir das und geht weiter. Dann schaue ich das Ticket an: Einzelfahrt Kempen-Aldekerk. Nein! Ich brauche doch ein Zusatzticket! Der Fahrt für Kempen-Aldekerk habe ich doch mit Wilfrieds (übertragbare) Monatskarte doch schon bezahlt! Ich weiss auch nicht, wieso ich wieder so super ehrlich sein musste. Der Schaffner interessierte das doch gar nicht, hatte mir was verkauft und war im Gedanken schon wo ganz anderes. Aber es war schon zu spät: ich rief ihm nochmal zurück und sagte, daß ich was brauchte für das Stück zwischen Düsseldorf und Meerbusch. Das nennt sich wohl Zusatzticket sagte ich dumm (ich fahr sonst kaum Eisenbahn). Ooooh, aber ein Zusatzticket müssen Sie am Bahnhof kaufen, das kostet 1,70 EUR. Bei mir zahlen Sie dafür eine satte Strafe von etwa 40 EUR!. Ich hatte Glück mit dem Schaffner. Nachdem er jetzt endlich verstanden hatte, wieso ich diesen Zusatzticket brauchte, hat er nicht nur auf der Strafe, sondern auch auf die fehlende 10 Cent verzichtet und verliess mich mit einem Lächeln. Es ist schön, wenn Menschen einem anlächeln, und der lange Weg (ich empfinde den als Lang) vom Bahnhof nach Hause, ging ich im flotten Schritt, auch mit einem Lächeln. Vielleicht ist heute doch nicht so übel. Das Gespräch heute Nachmittag war ja auch richtig gut. Es kam noch besser. Kurz vor unserem Haus sind Schräbergärten. Da kam gerade einen Mann mit zwei große Schüssel voller Erdbeeren heraus, und versuchte, auf sein Fahrrad zu steigen. Ich sprach ihm an: Die sehen ja herrlich aus Der Mann bestätigte, und ich ging weiter: Da haben Sie ja eine gute Ernte gemacht! Der Mann lächelte und meinte, er hat noch nichtmal alle Erdbeeren geschafft. Meine Antwort ist doch klar oder? Sie dürfen ruhig etwas an mich geben, wenn Sie zuviel haben! sagte ich grinsend. Darauf stieg der Mann ab, ging zurück zum Zaun, öffnete die Pforte und zeigte mir die zwei Reihen, die er nicht geschafft hatte. Und bot mir an, dort zu pflücken, wieviel ich wollte, und die zu behalten! Ich konnte es kaum glauben! Meine Freude war wirklich groß, wie ein kleines Kind. Ich spurtete nach Hause, habe mir und Wiebke in bequeme Klamotten gesteckt, Schüssel in die Hand genommen und so haben wir heute Abend eine ganze große Schüssel Erdbeeren gepflückt. Und mit Eis aufgeschmickelt. Nie gedacht, daß heute noch so schön werden konnte! Ach ja, und dann rief heute die Gruppenleiterin von der Spielgruppe von Marit an. Ich hatte es heute Morgen nicht geschafft, Marit schlief noch und ich hing eine ganze Stunde mit einem Kunde am Telefon, die ich auch nicht so einfach unterbrechen konnte oder wollte. Ich dachte schon, jetzt muss ich erklären, wo ich denn war. Nein! Heute war kein Spielgruppe, die ist verschoben auf Morgen... Bin ich froh, daß ich heute Morgen nicht dieser Kundengespräch abgebrochen habe (und wohlmöglich den Auftrag verpasst hätte?) und Marit nicht aus dem Schlaf geweckt habe... Genau, es musste einfach so sein. Heute war ein schöner Tag. Ein seeeeehr schöner Tag. Die 3 Stunden Offline nehme ich in kauf. Wer weiss, wenn die 3 Stunden nicht gewesen wären, hätte ich vielleicht dieser Kunde nicht angerufen gehabt usw. usf...
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