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Schrecksekunde

Muss man mit jedes Kind solche Momente erleben?

Wiebke: Mama, womit kann ich dir wieder glücklich machen?

Ich weiss noch gut, daß ich als kleines Kind mit einem Nachbarsjungen auf Abenteuer gegangen bin. Auf unsere Theke hatte ich einen Plan gezeichnet. Natürlich war dieser Plan nicht sonderlich gut, bzw. meine Eltern haben sie komplett falsch verstanden. Auf dem Plan war ein Teich eingezeichnet, die meine Eltern verwechselt haben mit dem See in andere Richtung. Und als ich dann nicht um die versprochene Uhrzeit zu Hause war...

Ich habe später erklärt, daß er auf dem Heimweg getrödelt hat. Wobei ich da sicherlich auch nicht unschuldig war. Aber ich traute mir das nicht zu sagen, da der Heimkehr nun nicht gerade schön war. Mein Vater gab mir einen Klatsch auf der Wange und schickte mir sofort ins Zimmer. Später brachte mir meine Mutter einen Weissbrot mit Tomate und Zucker.

Ich verstand das nicht. In Bücher sind die Eltern doch glücklich, wenn einer verschollen ist, und dann wieder heimkehrt??? Ich verstand nicht, daß sie mir nicht in die Armen genommen haben, daß sie mir stattdessen ins Zimmer geschickt haben.

Ich verstehe jetzt, wie meine Eltern sich gefühlt haben müssen. Obwohl die Gefühle bestimmt nicht nur in eine Richtung gehen. Einen Mixtur, die einem ganz furchtbar durcheinander wirft.

Was heute passiert ist? Wilfried kam Heim von der Arbeit. Türe noch offen, wir wollten es uns im Vorgarten gemütlich machen. Ich war nach einem Spaziergang mit den Kindern kurz drinnen (in der Küche, mit Fensterblick auf Vordergarten), Kaffee holen und Wilfried einen Kuss geben. Wieder draussen war Marit weg. Nächstes Mal laufe ich direkt zur Bundesstrasse. Und richtig schnell. Danke, aufmerksame Autofahrer, dass Sie angehalten haben und Marit von der Strasse gepflückt haben. (Ich weiss nicht, ob sie wirklich auf der Strasse war. Ich habe mich nicht getraut zu fragen. Er kam mir entgegen mit Marit auf dem Arm.)


Über diesen Beitrag:
"Schrecksekunde" wurde am 25. Juli 2003 - 18:25 geschrieben und ins Netz gestellt. Es wurde seitdem 1573 Mal detailliert angeschaut. Mit 4 Kommentare hat dieser Beitrag ein Ziel-Erreichungsgrad von 0,25 Prozent. Ferner beinhaltet dieser Beitrag den Buchstaben w in 24-facher Ausfertigung. Dies entspricht einer w-Dichte von 1,19 Prozent. Dieser Beitrag ist in der Kategorie Gefühlswelten und im Archiv von Juli 2003 abgelegt worden und kann mit http://www.bloggitt.de/gebloggitt445.html direkt verlinkt werden.


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Und das habt Ihr dazu zu sagen:
Deifl (http://weblog.deifl-web.de) @ 25. Juli 2003 - 20:23
Also die Gefühle von Dir gegenüber Marit kann ich nachempfinden - scheint ein Super-Beschützerinstinkt zu sein (scheint bei allen geliebten Personen zu funktionieren - nicht nur bei eigenen Kindern).

Trotzdem quält mich die Frage: "Wie schmecht eigentlich ein Weissbrot mit Tomate und Zucker?"

Scheint eine interessante Kombination zu sein.

Biggi @ 25. Juli 2003 - 21:28
Puuh Birthe, Horror...
Die Geschichte mit Marit UND Tomate mit Zucker... ;-)

Birthe @ 25. Juli 2003 - 22:23
Tomate mit Zucker ist SOOOOOO lecker - Einfach probieren!

Ich habe mich wieder etwas beruhigt. Seitdem die Marit laufen kann, geht's wirklich Sprung auf Sprung. Heute Abend war sie schon fast ihr Bett ausgeklettert... Nun liegen auf dem Boden davor Kissen.

Sie hat wohl so lange gebraucht, laufen zu können, jetzt muss sie die Zeit einholen. Und wir werden erstmal gar nicht eingeweiht oder vorbereitet...

Ich weiss wieder, weshalb ich Kindererziehung zwischen 1 und 2 Jahr nicht mag :-(

mama @ 26. Juli 2003 - 09:49
Hallo Birthe! Nu begrijpt jij wel beter die klap van papa op je wang een als teken, dat wij toch van jou hield (die boterham). Man schrikt sich wezenloos, als je kind niet te vinden is of niet op afgesproken tijd thuis komt. Verlies ze geen seconden uit het zicht, als jullie op vacantie zijn.
Tomaten met suiker is toch een lekkernij. Zeg maar, dat man nooiet bang moet zijn op iets nieuws te proberen. Ook sonder brood maar met suiker op de tomaat is lekker.




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