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Brückenseiten doch ok?

Ob Brückenseiten doch ok sind, ist einer der Fragen die ich mich nach dem Besuch auf der Online Marketing Messe 2003 in Düsseldorf stelle. Observationen und mehr.

Als Geschäftsführerin von kartonagen.de habe ich bei mehrere Firmen Gespräche geführt. Und wie ich mein Ranking verbessern könnte. Denn mit kartonagen stehe ich auf Platz eins in Google, aber mit Verpackungen liegt das anders. Ich habe dabei auch oft gefragt, wie die sogenannte Optimierungsfirmen dies machen. Eine Firma, die sich sogar eProfessional nennt, gab ganz klar zu, Brückenseiten einzusetzen.

Ich habe heute Morgen deren Webseite unter die Lupe genommen. Mir fiel sofort auf, daß sie ein PageRank 2 haben. Ich bin beeindruckt! (Auf ein Skala von 0 bis 10 ist 2 nun nicht gerade viel... Ein Optimierer sollte doch zumindest PageRank 4 haben, wenn nicht 5) Im Glossar fand ich dann folgende Beschreibung:

Eine Brückenseite ist eine einfache html-Seite, die speziell auf einen Begriff optimiert ist, und nur für Suchmaschinen lesbar ist. Sie verbessert das jeweilige Ranking in den Trefferlisten von Suchmaschinen.

In der Google-Richtlinien steht ganz klar, das Methoden wie Brückenseiten nicht die Qualitätsrichtlinien von Google entsprechen:

Vermeiden Sie den Einsatz von "Brückenseiten" (Doorway-Seiten), die speziell für Suchmaschinen erstellt werden, oder andere "Cookie-Cutter-Techniken" wie z.B. Partnerprogramme mit keinem oder nur wenig eigenem Inhalt.

Eigentlich alles ein klarer Fall. Oder?

Am nachmittag gab es ein Workshop Suchmaschinen Marketing. Die Firmen, die dieser Workshop gemeinsam organisiert haben und präsentierten, saßen an einem Tisch: Google, Overture, eSpotting und die Firma eProfessional.

Uhhh, wie bitte???? Ich dachte, die Firma spammt euch was das zeug hällt, verstößt gegen eure sogenannte Qualitätsrichtlinien, und ihr sitzt hier und macht hier gemeinsam eine Sache????

Sind Brückenseiten doch ok? Oder nur Brückenseiten von große Kunden, die diese Firma nun mal bei euch ist (Adwords und Co.)? Wenn ihr diese Firma und deren Methoden so offensichtlich duldet, wie sieht es dann aus mit neutrale Listings? Gibt es wirklich kein Freundschaftspolitik?

So allmählich bekrabbelt mir ein sehr unangenehmes Gefühl. Gestern wurden die Besucher kontinuierlich mit Begriffe wie Conversion und Return on Investment und Keyword Optimisation und Keyword targeting indoktriniert. Die Methode wie die Besucher tatsächlich auf die Seiten gelenkt werden, war zweitrangig. Es geht ja um den geschäftlichen Erfolg.

Menschen, in welche Welt leben wir?

Sind die Marketing-Manager, die Verträge mit Brückenseiten-Firmen eingehen, die Methoden so egal? Realisieren die sich nicht, daß nicht das Ranking deren Seiten, aber nur das Ranking der Brückenseiten verbessert wird? Sind die so blauäugig, daß die das Kleingedrückte nicht lesen und nicht wissen, daß wenn der Vertrag gekündigt wird, alle Arbeit weg ist? Das die neue Domaine nicht deren Eigentum ist? Das vor allem, der Traffic auf bestehende Brückenseiten, zu deren Wettbewerb gelenkt werden könnte?

Und wohl das für mich Allerwichtigste: Wissen die denn nicht, das mit "ordentliche" Methoden, die die Qualitätsrichtlinien sehr wohl entsprechen, ein ähnliches Ergebnis zu erreichen ist, aber dauerhaft??? Da die Optimierungsarbeiten direkt an der eigene Präsentation ausgeführt wurden?

Die Online Marketing Messe fehlt eine Belebung. Die Marketing-Menschen fehlt eine Belebung. Ein Wachrütteln, aber ganz kräftig. Und vor allem die Gottes-Position von Google. Aber Sie bekommen Konkurrenz. Auch gestern zu merken: es hängt in die Luft. Die nächste drei Monate wird schon eine große Wandel zeigen. Und ich wünsche Google Konkurrenz. Damit die deren eigene Spam-Filter wirklich einsetzen. Sie erzählen viel, aber nach so einer Veranstaltung kann man sich so einiges Fragen.

Nachtrag (19:00)
Ich wurde darauf hingewiesen, daß die Firma eProfessional heisst, und nicht -ell, somit hatte ich ursprunglich einen PageRank 0 festgestellt. PageRank 0 ist ein Penalty, die man nur bekommt, wenn Spam-Techniken eingesetzt werden. Es wäre eigentlich auch schon nicht mehr zu glauben, daß Google eP ein Penalty geben würde... ;-)


Über diesen Beitrag:
"Brückenseiten doch ok?" wurde am 02. Oktober 2003 - 09:43 geschrieben und ins Netz gestellt. Es wurde seitdem 9142 Mal detailliert angeschaut. Mit 13 Kommentare hat dieser Beitrag ein Ziel-Erreichungsgrad von 0,14 Prozent. Die Erstellungsdauer dieses Textes beanspruchte 2379 Sekunden, während der eine mittlere Buchstabengeschwindigkeit von 2,031 Zeichen pro Sekunde erzielt wurden. Ferner beinhaltet dieser Beitrag den Buchstaben z in 26-facher Ausfertigung. Dies entspricht einer z-Dichte von 0,54 Prozent. Dieser Beitrag ist in der Kategorie Zu Suchmaschinen u.m. und im Archiv von Oktober 2003 abgelegt worden und kann mit http://www.bloggitt.de/gebloggitt595.html direkt verlinkt werden.


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Und das habt Ihr dazu zu sagen:
Detlef @ 02. Oktober 2003 - 10:16
wäre es naiv zu glauben, dass sich alle an die Regeln halten? Wenn es um Profit geht, und es geht um sehr viel dabei, lotet man die Grenzen aus , und wie weit man gehen kann ohne erwischt oder belangt zu werden. Die Dummen sind die Ehrlichen, leider immer öfter.

Vielleicht solltest du deine Erfahrungen einfach bei Google melden http://www.google.de/webmasters/spamreport.html

Dafür ist diese Seite, glaube ich, gedacht.

Jörg (http://notizen.joergkrusesweb.de/) @ 03. Oktober 2003 - 17:32
ich kann mich da nur anschließen: google braucht konkurrenz, die ihnen auch marktanteile wegnimmt. dann erst ist wohl wieder ein anreiz da, effektiv gegen den spam vorzugehen. vielleicht ist auch der rechte zeitpunkt, wenn wie durch die zeitschrift c't das thema google-spam gerade verstärkt an die öffentlichkeit gerät, auch auf alternativen hinzuweisen.

bugscout (http://www.spam-report.de) @ 06. Oktober 2003 - 09:54
moin moin,
es gibt diverse seos, die für ihre kunden doorway-systeme einsetzen und auch ganz öffentlich werbung damit machen.
so wie es aussieht ist das von suchmaschinen akzeptiert oder zumindest geduldet.
google ist besonders anfällig dafür, bei diesen rankingmethoden die passenden treffer zu liefern.
was wir brauchen, ist der mündige suchmaschinen-nutzer, der auch mal an diesen treffern vorbeiclickt.



Birthe @ 06. Oktober 2003 - 12:52
... und der mündiche Suchmaschinen-Nutzer, der aufsteht und sagt: solche Ergebnisse gefallen mir nicht!

Deswegen sind imo gute Alternativen so wichtig. Aber vielleicht ist Google doch schneller mit ein ordentlichen Filter ;-)

chiefmaster aus india @ 08. Oktober 2003 - 19:54
Richtig, Google braucht Konkurrenz. Alltheweb ist da sehr geeignet. Spamreports greifen dort auch. Man kann mal testweise die hochgespammten Sites bei Google recherchieren - viele kommen bei Alltheweb nicht vor. Wenn doch, Spamreport, und das Problem ist rasch erledigt.
Bei Google greift der Spamreport nur bei kleinen Sitebetreibern. Wer große Linkfarmen mit weit über tausend Doorwaypages betreibt, und zudem noch zahlender Werbekunde bei Google ist, der darf spammen, bis ihm die erste Ergebnisseite gehört.
Googles Bitte, mittels Spamreport dazu beizutragen, die Qualität der Egebnisse zu verbessern - ein glatter Hohn für jeden anständigen Webmaster!

Michael aus Ulm (http://www.michaelhimsolt.de) @ 13. Oktober 2003 - 21:51
Ich könnte mir vorstellen, dass Google über kurz oder lang ein Verfahren implementiert, das Brückenseiten identifizert. Wenn sie es nicht schon haben. Aber dann geht das Spiel halt in die nächste Runde.

pagelion aus Hamburg (http://www.lion-coffee.de) @ 30. Oktober 2003 - 17:04
>>>>>Wer große Linkfarmen mit weit über tausend Doorwaypages betreibt, und zudem noch zahlender Werbekunde bei Google ist, der darf spammen, bis ihm die erste Ergebnisseite gehört.
<<<<<
Ich kann das nicht bestätigen. Im Gegenteil: ich höre häufig genug, dass das innerhalb Google\'s zwei voneinander unabhängige Universen sind: Ads und Techie. Wie wohl in jeder Firma.

Zu den DWPs: alle SM akzeptieren die, weniger aus kommerzieller Sicht, sondern eher aus Logik, weil auch die kapiert haben, dass mit einer Webseite nicht alles gesagt werden kann. Und einige der SM akzeptieren innerhalb ihrer Paid-Inclusion-Programme schon lange Rankingseiten.

Apropos User der Suchmaschine:
ich erlebe es häufig genug, dass User noch immer nicht wissen, wie wirklich richtig suchen. Eben nicht nur \"restaurant\", und auch nicht \"restaurant hamburg\", sondern eher \"china restaurant hamburg altona\". So gibt\'s die besten Ergebnisse bei allen Suchmaschinen.
Aber ehrlich gesagt besteht seitens der User die Erwartungshaltung, die unfähigkeit zu suchen muss von der SM ausgeglciihen werden. Das kann die nicht leisten.

Karsten aus Dortmund (http://www.esoterische-lebensberatung.com) @ 27. November 2003 - 10:51
Eine technische Möglichkeit, DWPs zu umgehen wäre, wenn google alle Seiten mit automatischer Weiterleitung über java sript generell ausschließen würde.

Desweiteren wäre es möglich Seiten auf Füllwörter zu abalysieren, die in DWPs normalerweise nicht enthalten sind, jedoch zum normalen Sprachgebauch gehören.

Ob das wirklich gewollt ist ???

bugscout @ 27. November 2003 - 11:54
@karsten
leider sind die "guten" einstiegsseiten mit der methode texterkennung nicht mehr zu fassen. die enthalten mittlerweile schon richtigen text.
aber den grossen markt der semi-profis könnte man damit vielleicht noch ausdünnen.

und javascript-weiterleitungen kann ich so kompliziert aufbauen, dass es schwer wird, die zu erkennen.

da bleibt eigentlich nur handarbeit.
was die mathematische lösung bewirkt, kann man ja an dem momentanen chaos in den google suchergebnissen erkennen.

grüsse


chio aus Wien (http://www.site-check.cc) @ 16. Dezember 2003 - 12:04
Google reagiert sehr allergisch auf Seiten mit Javascript Weiterleitungen - auch wenn nur ein Frameset damit zusammengehalten wird :-( Deswegen findet man derzeit fast nur mehr Einzelseiten in den Treffern.

Ich als Webmaster MUSS Doorway-Pages einsetzen, weil Google bestimmte Strukturen regelrecht \"hasst\", die sich aber oft nicht umgehen lassen. Eine Katze, die sich in den Schwanz beißt. Andererseits helfen Doorway-Pages der Suchmaschine, die Seiten einzuordnen; es ist einfach so, dass auf \"normalen\" Seiten die eigentlichen Schlüsselbegriffe nicht so oft vorkommen. Deswegen muss die SM die Doorway-Pages zur Zuordnung verwenden.

Das wirklich Schlimme ist, dass Google insgesamt die Großen bevorzugt -
Google ist die Suchmaschinen der Bonzen

Andy aus Lübeck (http://www.andys-sportshop.de) @ 11. April 2005 - 10:38
Auch ich beschäftige mich damit meine Seitenvernünftig zu platzieren. Nun benutze ich im Moment Promoware und Rankware. Kann ich denn jetzt davon ausgehen, dass Brückenseiten akzeptiert werden, da mir das Programm Rankware die Erstellung von brückenseiten anbietet. Oder muss ich damit rechnen, bei Google irgendwann komplett gesperrt zu werden
Es wäre schön, wenn mir jemand dazu mal eine definitive Antwort geben könnte.
Gruß Andy

tbone (http://www.brueckenseiten.de) @ 30. Juni 2006 - 11:16
Hi Andy, der Einsatz von derartiger Software ist kein Freibrief dafür nicht aus den Suchmaschinen zu fliegen. Jede größere Suchmaschine stellt Richtlinien zu dessen Einhaltung zur Verfügung und wer gegen diese Richtlinien verstößt muss mit den jeweiligen Konsequenzen rechnen. Ob manuell oder durch ein Programm erstellt spielt dabei keine Rolle.

power blog aus google (http://www.power-blog.de) @ 04. Januar 2007 - 23:26
Ich denke Doorwayseiten und Brückenseiten sind nicht ok.
Mir ist das Risiko zu groß.
Ich habe auch so gute Ergebnisse in den Sumas.





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