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Nicht tiefer als in Gottes Hand

Die letzten Tagen haben wir mit Wiebke viel über den Tod gesprochen. Wiebke hat vielen Fragen gestellt. Gestern Abend hatte Sie nochwas Angst für die Beerdigung. Wollte wissen, wie mann tod geht, und wie eine Kiste von innen aussieht. Ich habe ihr erklärt, bzw. versucht zu erklären, das man krank werden kann und dann das Herz aufhört zu schlagen. Wie die Beerdigung abläuft und im Internet nach ein Bild von einem Sarg gesucht.

Dabei stiess ich auf diese Seite, sehr liebevoll gestaltet und beschrieben. Ich war zuerst etwas erschrocken, aber konnte Wiebke doch alles gut erklären. Und sie konnte anschliessend ruhig schlafen.

Die Entscheidung, alle gemeinsam zu fahren, haben wir erst gestern Abend genommen. Eigentlich war ich erleichtert, denn für mich ist eine Beerdigung ein sehr wichtiger Teil vom Abschied nehmen, ein Teil der Trauerarbeit, und ein Teil Trost geben, soweit das geht.

Mir ist nochmal bewusst geworden, was ich glaube. Das ich glaube an einem anderen Leben nach dem Tod. Ich denke auch an das Buch, das mir in meinem Glauben unterstützt und das ich zur Zeit leider ausgeliehen habe, ansonsten hätte ich da heute Abend bestimmt nochmal in geblättert.

Der Tod, umgeben von seiner Frau und Kinder, muss für den Sterbenden doch etwas schönes sein. Der Abschied vom Leben ist bestimmt nicht leicht, aber ich bin überzeugt, daß der Weg ins unbekannte, begleitet von seinen Lieben, nicht leicht, aber doch schön bzw. besonder ist. Ich meine, man braucht keine Angst zu haben. Ein bisschen muss ich an der Geburt von Wiebke denken, wo ich kurz vor Ende (oder Anfang) das Gefühl hatte, "ausser mich" zu sein. So ähnlich stelle ich mich auch der Übergang vor. Man fühlt kein Schmerz mehr, und man lässt das Neue einfach kommen. Man lässt sich gehen, man lässt sich fallen. Der Satz aus dem Lied im heutigen Gottesdienst fand ich daher sehr treffend: Man fällt nicht tiefer als in Gottes Hand


Über diesen Beitrag:
"Nicht tiefer als in Gottes Hand" wurde am 20. März 2004 - 22:06 geschrieben und ins Netz gestellt. Es wurde seitdem 3287 Mal detailliert angeschaut. Mit 2 Kommentare hat dieser Beitrag ein Ziel-Erreichungsgrad von 0,06 Prozent. Die Erstellungsdauer dieses Textes beanspruchte 876 Sekunden, während der eine mittlere Buchstabengeschwindigkeit von 2,400 Zeichen pro Sekunde erzielt wurden. Ferner beinhaltet dieser Beitrag den Buchstaben q in 0-facher Ausfertigung. Dies entspricht einer q-Dichte von 0,00 Prozent. Dieser Beitrag ist in der Kategorie Tagebuch und im Archiv von März 2004 abgelegt worden und kann mit http://www.bloggitt.de/gebloggitt845.html direkt verlinkt werden.


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Und das habt Ihr dazu zu sagen:
Detlef (http://gartenlaube.designblog.de) @ 21. März 2004 - 01:19
Hallo liebe Birthe, glaubst du mir, dass ich die Seite nun schon zweimal geöffnet habe, weil es mir vielleicht schwer fällt, die richtigen Worte zu finden. Vor ein paar Tagen noch selbst betroffen, lassen mich deine Zeilen nicht unberührt.
Wenn Kinder nach dem Tod fragen, denke ich auch, sollte man es ihnen erklären, dass er einfach zum Leben gehört, auch wenn er das irdische beendet. Ob es nun ein Leben nach dem Tod gibt, weis ich nicht, wenn sollte es aber sicher besser sein als das irdische. Nein, vor dem Tod müssen wir wohl keine Angst haben, es ist eher die Furcht vor dem wie und wann...

Als du auf die Welt kamst, weintest du, und um dich herum freuten sich alle.
Lebe so, daß, wenn du die Welt verläßt, alle weinen und du allein lächelst.
(Chinesisches Sprichwort)

So sollte es sein...

Birthe @ 21. März 2004 - 10:06
Lieber Detlef, ich glaube es dir.
Der Tod ist für vielen ein Tabu-Thema - und das sollte es nicht sein. Menschen werden doch viel zu oft allein mit deren Trauer gelassen. Der Grund, weshalb ich auch mit Wiebke darüber reden möchte.

Heute Morgen erzählte sie mir, sie möchte in einer grünen Kiste beerdigt werden. ;-)

Zu deinem Sprichwort:
Vorgestern habe ich während meine Surftouren eine Seite gesehen (nicht gemerkt), wo der Beerdigung als ein Fest, und nicht als ein Trauerfeier gestaltet wurde. Auch die Särge sähen entsprechend aus. Ich konnte da nichts mit anfangen. Wenn ich sterbe und die Kirche ist leer und die Menschen weinen nicht, habe ich doch in meinem Leben was falsch gemacht?

Gestern war schön - wir kamen gerade an, als der Dienst anfing und die Kirche war voll. So voll, daß unten keine Plätze mehr waren für uns, und wir nach oben mussten. Da konnte Wiebke auf den Stuhl stehen und wir konnten sehr gut sehen, wie schön der Sarg da stand, mit ganz, ganz viele Blumen. Ich glaube, ich habe selten so eine große Blumenpracht gesehen. Der Abschied war sehr würdevoll und ich glaube, es hat vielen mitgenommen. Genau so, soll es sein.




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