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Von Kamelspinnen zu Sonnenflüchter

Da ich jetzt soviele Besucher zum Wort Kamelspinnen oder Kamelspinne habe, und mich weiterhin gewundert habe, wieso dieses Wort so wenig in Google auftaucht, ebenso gibt es auf Niederländisch nur zwei Mal das Wort Kameelspinnen oder Kameelspin, habe ich mich mal etwas schlau gemacht.

Wir haben von Kamelspinnen gesprochen, weil das Bild, daß aus Iraq rumkursierte, aus Amerika stammt. Mit der Amerikanische Bescheibung, daß es um Camel Spiders handelt.

Camel Spiders heissen in Amerika so, weil Sie wie Kamele gerne in der Wüste leben. Und nicht weil der Lieblingsspeise dieser Tiere offensichtlich Kamelmagen sind - das soll ein Legende sein.

Die lateinische Bezeichnung führt uns weiter: solifugae. Solifugae heisst "Sonnenflüchter". Diese Spinnenart wird so genannt, weil sie Nachtjäger sind, und die Sonne meiden.

Und so komme ich zum deutschen Begriff Walzenspinnen. Darüber ist in Wikipedia einiges zu lesen, und auch Google zeigt sich nicht mehr so ganz unwissend ;-) Aber mann kan sich fragen, welcher Name demnächst weiter verbreitet ist: Kamelspinnen oder Walzenspinnen.

Walzenspinnen werden übrigens aufgrund der Walzenform deren Hinterkörper so genannt.

Übrigens stellte das Bild noch die Frage, wieso die eine Walzenspinne die Andere auffrisst. Das liegt an der kanebalistische Art dieser Tiere. Nach der Parung muss das Männchen sich vorsichtig zurückziehen, ansonsten könnte es vom Weibchen als Beutetier angesehen und gefressen werden können. Auch wenn das Weibchen trächtig ist, oder keine Lust hat, sind sie besonders rücksichtslos ;-)

Die Walzenspinnen werden maximal 7 cm. groß - und beim obengenannte Bild als Close-Up passt das ja.

Ferner sind Walzenspinnen nicht giftig, aber sie können kräftig zubeissen und hässliche Wunden verursachen, und die Bakterien an deren Kiefer können so eine Blutvergiftung verursachen. Also unangenehm sind die Tierchen schon!

Und wer noch eine kleine Doku sehen will: Ich habe ein kleines Video über Kamelspinnen gefunden (in English).

Ich denke mal, jetzt ist jeder im Bilde über Kamelspinnen oder solifugae oder Walzenspinnen... :-)

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"Von Kamelspinnen zu Sonnenflüchter" wurde am 28. Mai 2004 - 15:55 geschrieben und ins Netz gestellt. Es wurde seitdem 65445 Mal detailliert angeschaut. Mit 85 Kommentare hat dieser Beitrag ein Ziel-Erreichungsgrad von 0,13 Prozent. Die Erstellungsdauer dieses Textes beanspruchte 2352 Sekunden, während der eine mittlere Buchstabengeschwindigkeit von 1,162 Zeichen pro Sekunde erzielt wurden. Ferner beinhaltet dieser Beitrag den Buchstaben e in 318-facher Ausfertigung. Dies entspricht einer e-Dichte von 11,64 Prozent. Dieser Beitrag ist in der Kategorie Tagebuch und im Archiv von Mai 2004 abgelegt worden und kann mit http://www.bloggitt.de/gebloggitt919.html direkt verlinkt werden.


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Und das habt Ihr dazu zu sagen:
Horst aus Germany @ 01. August 2004 - 11:13
welche Feinde haben Walzenspinnen?
Dienen sie irgendwelchen Tieren als Nahrung?

Jennifer aus aus Ostfriesland @ 07. August 2004 - 14:54
Woher kommen sie?
Greifen sie auch Menschen an?

Lisa @ 12. August 2004 - 13:37
das scheiß-video läuft nicht!!!

Marc aus Germany @ 07. September 2004 - 18:38
Süß, wo kann man die kaufen? :-)

georg @ 07. September 2004 - 18:55
Das Bild zeigt aber andere Spinnen als die, die im Video zu sehen ist.
Die Beine der Spinne auf dem Foto sind viel länger und der Hinterleib kürzer.

marc @ 28. September 2004 - 06:30
Kein schönes Tier schon Horormäsig diese dinger rasen durch die Wüste, wie ein Ferrari als beispiel.Ein kollege von mir arbeitet mit Spinnen und er hat in Saudi Arabien Kamelspinnen gesehen, wo 30 cm gross werden und wo einen dicken Körper haben.Es gibt von den Kamelspinnen verschiedene Sorten das heisst, das ale unterschiedlich gross sind und es sind fressmaschinen.Kamelspinnen sind zu finden in der Sahara in Marokko Tunesien Irak Saudi Arabien dort sind die grössten.Die meisten Kamelspinnen werden 7 cm lang mit allem drum und dran und es gibt solche die werden 10 cm mit allem und die grösste Kamelspinne wird 30 cm, und der körper von der ganz grossen ist schon ein halbes Teller gross und der Kopf ist halb so gross als der Körper.Ichpersönlich war schon in der Wüste habe aber keine gesehen war vieleicht besser so,mein Kollege hat mir gesagt das es kein schöner anblick ist dan wenn schon eine Vogelspinne als so eine Kamelspinne

Kalle aus Aus Molscht @ 07. Oktober 2004 - 18:45
Das glabscht du doch selwa nid dass es die Drecksdinga do gebbt odda

Kalle aus Aus Molscht @ 07. Oktober 2004 - 18:46
Mo ja!

Marion aus Neustadt/Hessen @ 10. Dezember 2004 - 22:25
Ein Mist,Video zeigt nicht.Wie sieht die Kamelspinne aus?

Birthe @ 11. Dezember 2004 - 09:48
Ich glaube, für das Video musst du Quicktime installiert haben.
Ansonsten schau einfach hier:
http://lustich.de/lustich/bilderdb-bilder-5-42.html

Falk aus Düren @ 12. Dezember 2004 - 12:39
Hmm.. AUf dem Bild bei lustich.de sehen diese lustichen Tierchen aber nicht grade nach 7cm aus. Ich finde die VOrstellung das solche ekligen Viecher tatsächlich durch die Wüste gallopieren (bei 50 SAhcen ist das schon der richtige Begriff finde ich ;)) ziemlich ekelhaft. Vorallem für die SOldaten ;)

Marion aus Neustadt @ 14. Dezember 2004 - 14:54
Haha, auf dem Bild sah ich eine Kamelspinne, die sich als Stofftier entpuppt hat

kerstin aus Germany @ 20. Mai 2005 - 22:32
Kamelspinnen sind NICHT giftig fuer Menschen. Ein Biss ist wohl schmerzhaft, aber das war es dann auch schon. Diese Spinnen essen viel lieber kleines Krabbelvieh wie Skorpione usw. Geschichten wie z.B. das diese Spinnen Toene von sich geben, ist absoluter Schwachsinn...

Florian aus Afghanistan @ 08. Juli 2005 - 20:14
Also ... ich bin in einem Land wo diese Viecher so dermaßen weit verbreitet sind das man eigentlich jede Nacht im Zelt oder auf irgendeinem Weg eine antrifft. Soviel kann ich sagen... wenn man IHnen begegnet, laufen sie nicht wech wie andere Spinnen, nein im gegenteil sie gucken genauso dich an wie du sie, und wenn du dann anfängst näher zu kommen und sie bedrohst in irgendeiner form dann greifen sie dich auch an.. Weg laufen tun sie nicht aber bewusst angreifen tun sie dich auch nicht, wenn dann verteidigen sie sich nur. Der Biss ist schmerzhaft, doch es gibt tiere die noch schmerzhafter zu beißen können. Also wenn ihr so einer Kamelspinne trifft, dann einfach zurück ziehen oder versuchen schneller zu sein als sie... kleiner tipp SIE wird immer schneller sein als du! :)

Steve aus Germany @ 09. August 2005 - 17:14
Ich habe THE CAMEL SPIDER LIVE erlebet und muss Florian zu stimmen . Als ehemahligen Soldat habe ich an OP Telic teilgenommem (IRAK) und 20 von uns habe bei der Begegnung gut tanzen können bis wir sie ( ES ) zur strecke gebracht haben ! Und FAUCHEN können sie AUCH !.....

roland wagner aus eichstätt @ 26. August 2005 - 01:24
ich finde deine aussage hat hand und fuß .aber!!!! mit deinen par cm liegst du etwas falsch.ich habe einen befreundeden G.I.der mir berichtet hat von 30cm und größer.außerdem möchte ich in der nacht keine bekanntschafft machen ,da sie äußerst angriffslustig sein sollen.aber super bericht für leute die es nicht kennen!!!

nachtrag roland @ 26. August 2005 - 05:11
nachtrag !!bei größe meine ich beinspanne nicht körpergröße

C aus D (http://www.sexyshiva.com) @ 29. August 2005 - 16:44
Hi Leute,
Die kamelspinne ist ca. bis zu 7 cm gross (nur körper). Mit Beinen und ein paar dazu gedachten cm in etwa schon Die Beine können bis 15 cm gross sein, von daher wirkt sie ausgestreckt schon sehr sehr gross. Sie reisst keine stücke aus dem körper und ist nicht giftig etc im grunde ist sie einfach nur sau eklig. Auf diesem bekannten Bild sind, was viele nicht checken, 2 spinnen abgebildet welcher der soldat in der hand hält und wenn man jetzt noch den Ärmel des Mannes betrachtet sieht man das sogar 2 spinnen zusammen gar nicht soooo gross sind. Sie sind auch nicht angriffslustiger als andere tiere (in der not wehrt sie sich). Ach ja, sie rennt auch keine 50 kmh durch die gegend sondern mit ca. 16 kmh was sooo besonders nicht ist. Aber ist klar bei so einem interessanten Tier wird gerne mal bissi geflunkert und übertrieben. Einfach ne normale ekelhafte spinne :) gruss C

Floh @ 11. September 2005 - 19:47
Bin zufällig hier ma ringestolpert.. und hab auch direkt nen kleines video für euch!!
Unter:
http://www.big-boys.com/articles/camelspider.html

Juli @ 24. September 2005 - 09:57
Wie schnell laufen solche spinnen?

Klaus P. aus eNeRWe @ 15. November 2005 - 12:07
also ich finde die sehen ganz lustig aus :D
kann man die kaufen?
löl
wurde die dann beim kumpel ins bett legen wenn er bessoffen am schlafen ist XD

Peter aus D. @ 16. November 2005 - 21:58
hatte mir vor einiger Zeit eine Walzenspinne gekauft sowie einen Kaiserskorpion.
Habe die beiden \"Kameraden\" dann zusammen in einen Käfig gesperrt.
Die W. marschierte recht forsch auf den Pandinus Imperator zu, der sie jedoch in \"Schach\" hielt.
Irgendwann in der Nacht muß die W. eine Attacke auf den Skorpion gestartet haben (der kann es nicht gewesen sein, er hielt sich auf Distanz) Ich konnte noch sehen, wie sie vom Stachel getroffen, zuckend dalag. Er hatte ihr gewissermaßen den \"Hosenboden stramm gezogen\".
Das Ende vom Lied: sie verstarb natürlich. Den Brustbereich ausgenommen der Klauen fraß er auf.
Klauen und einen teil der Beine vergrub er, recht rätselhaft finde ich!
Fazit: Die W. ist nicht die unbesiegbare Heldin wie sie in Büchern und Internet angegeben wird- \"ein Mythos\" zerbrach!
Vorsicht aber trotzdem, diese Tiere sind extrem aggressiv!

killbill @ 22. November 2005 - 11:33
mensch peter, was steckst die beiden auch zusammen? hättest dich ma selber ins terrarium gesteckt, leute die sich solche tiere ins haus schaffen haben minderwertigkeitskomplexe!!!!!

Peter @ 23. November 2005 - 21:26
ja sicher hab ich auch einen Minderwertigkeitskomplex, warum auch nicht, wenigstens hin und wieder.Ich erlaub mir das!!! Übrigens es gibt nur einen M. es hat also keinen Zweck den Plural zu verwenden.
Aber mal von der Moralisiererei abgesehen, im Internet als auch in Büchern steht immer: Beutetiere der Walzenspinnen sind u.a. Skorpione.
Quod est demonstrantum! Und noch was, durch das Zusammensein der beiden konnte ich eine der Freßgewohnheiten des Pandinus Imperator ermitteln, wie ich sie in keinem Lehrbuch vorgefunden hätte.
Auch das will bedacht sein- nota bene.

master aus germany @ 16. Dezember 2005 - 18:52
hamma video über die spinne cool

Detlef aus Herne @ 02. Februar 2006 - 16:48
hallo peter! ich hab auch 3 walzenspinne aus Irak von einem alten Schulkameraden erhalten im terrarium und wollte wissen welche fressgewohnheiten sie entwickelen.Zunächst habe ich ein hasenbaby über die nacht über ins terrarium gesteckt.Nur bin ich die nacht über eingeschlafen und konnte somit nicht beobachten,was wohl mit dem hasenbaby geschehen würde.
Am nächsen Morgen nachdem ich aufgewacht war,sah ich sehr zu meiner überraschung dass die 3 Viecher das Häschen (Leporidae) bis auf die knochen aufgefressen hatten und die spinnen wohl genährt aussehen, da sie in körpergewicht zugenommen hatten.
So beschloß ich meine forschungsreihe weiter fortzusetzen und zwar mit einem Hybriden,welcher aus einer Kobra und einer Inland Taipan auch Small-scaled oder Fierce Snake genannt, gekreuzt ist.
Dieser Kampf war sehr spannend.Ich tat die schlange behutsam in das Terrarium, wo ich meine Lieblinge die drei Walzenspinnen aufbewahrt hatte.Ich schloß das Terrarium wieder zu und beobachte die Entwicklung,denn sowas sieht man nicht alle Tage.Ich sah wie die 3 spinnen aus ihren höhlen kamen und sich um die So beschloß ich meine forschungsreihe weiter fortzusetzen und zwar mit einem Hybriden,welcher aus einer Kobra und einer Inland Taipan auch Small-scaled oder Fierce Snake genann, formierten.
Voller Anmut und Schönheit betrachtete ich diese drei spinnen.der erste angriff startete nun.Die schlange zog sich zurück und ging in die angriffshaltung.
Nun wie Cäsar auch schon früher sagte \"Veni Vidi Vici\" !
Es war ein spektakulärer kampf. Der hybrid besaß einen bionomisch neuen DNA-Strang, welcher ihn befähigte stahl bzw. chrom zum ätzen zu bringen.die schlange tötete zwei walzenspinnen und wollte sich an die letzte spinne ranmachen, schon tötete sie das Gift welches auch von den drei spinnen indiziert wurde.Eine sofortige lähmung der schlange trat ein.Es überbelebte nur noch eine spinne.

Prof. Dr. Hartmund Weizenbrecher aus Wien @ 06. Februar 2006 - 19:49
Es ist eine sidulante Wahrscheinlicheit einer Anomaly auf einer drakonischen Art zu bionisieren oder taxomisieren, verstehst du Peter?

Annika @ 07. März 2006 - 12:18
Was für ein Quatsch!
Joa, sicher, der Hybrid hatte einen komplett neuen DNA-Strang (also insgesamt zwei - ist ja auch was ganz normales)... Und mithilfe dieses tollen neuen DNA-Strangs kann sie Chrom wegätzen... Klar, die Kamelspinnen töten mit Gift... Ich bin begeistert.

gunz @ 10. März 2006 - 14:06


toffer aus hagenow @ 13. März 2006 - 16:26
Ich hab gehörtdas walzenspinnen ziemlich grosse beute(schlangen,gecks,mäuse)erlegen können.hatjemand infos dazu?

Chris aus deutschland @ 07. April 2006 - 18:43
hey, ich bin nicht gerade spinnenliebhaber und deshalb hab ich auch n mega schreck gekriegt als ich die fiecher gesehen habe!
Hätt ich sowas bei mir im zimmer,würd ich bis nach Bosnien fliehen!
Ey komm,so gefährlich sind die doch nicht, außerdem dachte ich das Vogelspinnen die größten Spinnen sind.
Bittte noch mehr infos zu den tieren! Danke.

Dr. M. Hecht aus Bayern @ 15. April 2006 - 01:15
Nun wie ich sehe gibt es selbst im neuen Jahr noch viele \"Spinner\" die versuchen Solifugid Arten ins alsche Licht zu rücken bzw. einfach nur cool zu sein.
Es wurde bereits alles wissenswerte erwähnt bzw. Links oder Anregungen gegeben.
Dennoch möchte ich einige Frage gerne einmal realistisch beantworten.
Also es ist möglich diese Tiere zu kaufen und auch zu halten. Ein Tier kostet subadult bis adult ca. 30 Euro im Handel, auf Börsen sicher günstiger.
Die Haltung hingegen erweißt sich als etwas komplizierter, da diese Spinnentiere zwei Wärmezonen und eine große Bodenfläche benötigen um ihren Bewegungsdrang aus zu leben und ihr natürliches Jagdverhalten zu zeigen. Zu dem wird ein grabfähiger Untergrund benötigt damit sie sich Höhlen graben kann.
Eine vergesellschaftung ist nicht möglich (so viel zu 3 Solis in einem Terrarium) da sie ein Terraintrieb und ihr Kanibalismus dazu treiben Kontrahenten zu töten und zu fressen.
Sie sind nicht giftig, sie verdauen ihr Futter vor der Mundöffnung mit ihrem Speichel wie auch Skorpione es tun. Wenn sie gereizt werden drohen sie ähnlich wie Vogelspinnen indem sie ihre vorderen Beinpaare anheben, wenn sie sehr sauer sind, reiben sie ihre Kiefer aneinander wodurch ein Laut zu hören ist was häufig als das \"Schreien\" bezeichnet wird.
Die nähesten Arten kommen in Griechenland vor mit ca. 10 Arten, also es muss nicht immer der Irak sein XD
Zum Thema Futter:
Grillen uä., Skorpione, Kleinsäuger, Kleinechsen bzw. Schlangen, Artgenossen.

Um es hier noch einmal zu verdeutlichen, diese Tiere sind sehr aggressiv, benötigen ein sehr umfangreiches Set an Lampen, Bodengrund usw. um es zu halten und haben in Gefangenschaft von Privatpersonen eine allgemeine Lebenserwartung von 1 - 2 Jahren.
Also absolut kein Tier für Anfänger.
Bei weiteren Fragen bin ich unter meiner Email Adresse zu erreichen.
(auch Videos bzw. Bilder)

MfG
Dr. der Biologie und Arachnologie
Dr. M. Hecht

Horst aus D. @ 21. Mai 2006 - 16:28
Würde mich mal interessieren, welche Feinde die Walzenspinne hat.
Habe gelesen, daß sie sogar Skorpione verspeist. Hier schreibt aber einer, daß Kaiserskorpione sie bezwingen kann. Was ist denn nun richtig?

Die Spinne aus Deutschland @ 26. Mai 2006 - 20:04
Hallo...ich bin zwar erst 14 will aber trotzdem dazu was sagen...Es gibt im internet ein paar videos über diese Spinnen (bin ich im Info unterricht drauf gestoßen, hab ja sonst nichts zu tun)fakt ist Camel spiders oder auch walzenspinnen können skorpionen fressen, auf einem video ist dies zu sehen oder auch wie eine Spinne eine Eidechse \"verschlingt\"...allerdings gab es auch ein video in einer Amerikanischen Talk-show wo eine Frau 1 oder 2 von diesen Spinnen essen musste, also können die doch gar nicht so giftig seien oder?
Noch eine Frage wäre leben diese Spinnen nur so im Irak und saudi arabien?

Die Spinne aus Deutschland @ 26. Mai 2006 - 20:07
Hey nochmals...
wer Biilder oder ganze videos oder anderes Material von diesen Tieren hat kann es mir vielleicht mal schicken...
brockhaus1991@yahoo.de

Die Spinne @ 26. Mai 2006 - 20:15
Herr Dr. M. Hecht...könnten sie mir vielleicht ihre E-Mail Adresse zukommen lassen?
( Sry dass das schon mein 3. Eintrag ist...bin etwas vergesslich...=)

DerKleinePUC aus Deutschland @ 25. September 2006 - 15:56
Guten Tag,

hochinteressantes Thema. Diese Sonnenflüchter oder Windscorpione sind keine echten Spinnen, gehören aber dem selben Stamm an. Getötet wird nicht mit Gift, sondern mit Kraft und Biss.
Feinde sind Schlangen, Vögel und ein kräftiger Stiefeltritt.
Diese Tiere verfolgen keine Menschen und belauern diese auch nicht, was diese beiden Khaki-Krieger vorher behaupteten. Sie sehen nur einen Schattenspender und versuchen so schnell wie möglich in dessen Schlagschatten zu kommen.
Diese Tiere rasen auch nicht, wenn sie 16 km/h erreichen, dann ist das auch schon viel. Man kann sich ja vorstellen, wie lange die dieses Tempo bei 45 Grad in der Wüste halten können... Also, ein normal schnell laufender Mensch kann (ohne Marschgepäck) diesen Tieren ohne weiteres entkommen.
Fauchen können diese wirklich durch reiben der Kiefer, was angreifende Tiere im Ursprung abschrecken soll....
Sie fressen sich gegenseitig, wie auf den Google-Fotos zu sehen ist, somit ist die drei Spinnen eine Schlange Geschichte kompletter Schwachsinn.
Kaufen kann man die im Netz auch schon günstiger als vormals angegeben: www.enimal.de, dann Wirbellose und dann Spinnen wählen. Verschiedene Angebote mit und ohne Terrarium. In Gefangenschaft können diese bis zu 25 Jahre alt werden, wenn sie von Kennern in ausreichend großen Kästen gehalten werden.
Beutetiere sind Grillen, Küken (wenn sie ausgewachsen sind, Eidechsen und Menschen (Witz!!!).
Sie brauchen eine zwei-temperaturen-wärmematte, 20cm leicht feuchten Boden und etwas Laub.
Kamelspinne wird sie deshalb genannt, weil sie ihre Eier gerne in Kamelkadaver ablegt, auf diesen (da sie Schatten spenden) halten sie sich gerne auf, was zum Mythos beitrug.
Kamelspinne ist nicht gleich Walzenspinne, ist eine Unterart.
So, was vergessen? Hmmm, vielleicht, dass bis auf die zwei Akademiker alle nochmal zum Deutsch-Förderunterricht müssen, da man Augenkrebs bei der Grammatik, bei den Rechtschreib- und Zeichensetzungsfehlern bekommt. Sechs setzen und erst dann den nächsten Beitrag schreiben, wenn man entziffern kann, was gemeint ist...

Beste Grüße von der Küste

PUC

Dr. M. Hecht aus Bayern @ 25. September 2006 - 16:25
Vielen Dank PUC für deinen ausführlichen und sehr interessanten Beitrag. Tatsächlich gibt es hier einiges an \"deutschverwandtem\" in dem ein oder anderen Beitrag.

Was ich noch hinzufügen möchte, es gibt unter den Rhagodes Arten eine Unterart die auch über Giftdrüsen verfügen soll, dies wurde vor ca. 28 Jahren getestet.
7 von 10 Eidechsen die als Opfertiere genommen wurden, reagierten auf das Gift mit Paralyse und Regungslosigkeit. Dieses \"Experiment\" konnte jedoch bis zum heutigen Tag nicht bestätigt werden, zudem nicht einmal die Giftdrüsen nachweißbar sind, da das Gift angeblich über Spritzen injiziert wurde und nciht direkt durch einen Biss übertragen wurde.
Bis das Gegenteil bewießen ist, müssen wir aber davon ausgehen, das es auch giftige Arten unter den Solifugae gibt.

Zu den Solifugae gehören 12 Familien sammt Unterarten:
Ammotrechidae
Ceromidae
Daesiidae
Eremobatidae
Galeodidae
Gylippidae
Hexisopodidae
Karschiidae
Melanoblossidae
Mummuciidae
Rhagodidae
Solpugidae
Diese Unterscheiden sich, in Farbe, Größe und Form. So gibt es z.B. die aus dem Irak bekannten Bilder mit den Langbeinigen dünnen Solifugae, jedoch gibt es wie z.B. die Rhagodes Arten, auch dicke, bullige Tiere mit fleischigen, kurzen Beinen und kräftigem Kiefer.
Die Farben gehen über unauffällig Sandbraun bis hin zu schönen Zeichnungen in Erdtönen mit Streifen und Mustern.

MfG
Dr. der Biologie und Arachnologie
Dr. M. Hecht

unbekannt @ 20. November 2006 - 04:49
Prima Doc, so kapieren endlich mal auch andere, das diese Spinne nicht so wild ist wie viele behaupten ;)


Horst @ 20. November 2006 - 11:28
Diese Spinnenart ist schon ausgesprochen \"wild\". Alle Bücher/Reportagen sagen aus, daß diese Spezies völlig furchtlos auf tatsächliche oder vermeintliche Gegner losgeht. Es wird berichtet, daß selbst Eidechsen von 18 cm Größe dieser Tierart zum Opfer fallen.
@Dr. Hecht: welche Vögel und welche Reptilienart(en) fressen Walzenspinnen?


unbekannt @ 22. November 2006 - 02:40
Ich bin zwar nicht Dr.Hecht, aber die so schöne Spinne, auf Ihren Speiseplan steht z.b Mäuse, Frösche und klein kram an Insekten.



Horst @ 22. November 2006 - 11:12
Meine Anfrage wurde offensichtlich mißverstanden, gemeint war, welche Tiere fressen Walzenspinnen auf?
Welche Vögel und Reptilien vergreifen sich an diese recht wehrhafte Tiere?

schnast aus bremen (http://www.myspace.com/hellhaak) @ 29. November 2006 - 20:29
Wieso sprecht ihr hier alle so komisch? Beim Anblick von so lekker Tierchen könnt ick ja man ooch jleich anfangen zu balinern, wa....oder ick snack platt, aber wo kommt ihre denn eigentlich her? Hessen oder was?

Peter @ 01. Dezember 2006 - 12:03
Um die Kampf,-u. Wehrfähigkeit von Walzenspinnen zu erfahren, sind entsprechende Tests nolens volens erforderlich. Dazu kann nun jeder stehen wie er will.
Konkret: Man setze \"Kontrahenten\" wie Skolopender, Vogelspinnen oder Taranteln mit W. in ein Terrarium und registriere so die Angriffs,-u. Verteidigungsfähigkeit der W.
So zeigt sich denn, inwieweit diese Spinnenart tatsächlich angriffsbereit und gefährlich ist.
Den \"Einsatz\" von Säugetieren lehne ich jedoch aus ethischen Gründen ab.

t @ 29. Dezember 2006 - 02:59
genau

unbekannt @ 22. Januar 2007 - 23:22


Simmi @ 06. März 2007 - 13:28
Hallo Peter,

ich finde Tierversuche mit Nicht-Säugetieren auch nicht \"ethischer\"!

Walzenspinnen sind faszinierende Tiere, aber man muss nicht Alles dazu \"vergewaltigen\", in einem Terrarium zu vegetieren. Und schon gar nicht, wenn man die natürlichen Umweltbedingungen nicht bieten kann.

Gruss Simmi

Christian aus Idar-Oberstein @ 22. April 2007 - 14:34
Also, ich war damals in Afghanistan und ich kann sagen, die Dinger gibts wirklich.Sie fetzen mit ner Affen Geschwindigkeit durch die Wüste und wenn sie sich bedroht fühlen, greifen sie auch Menschen an. Ein ausgewachsenes Weibchen, das z.B. trächtig ist bzw. seine Eier auf dem Rücken trägt, kann aus dem Stand bis zu 1m hoch springen. Es ist nicht unbedingt ein Vergnügen so einem Vieh zu begegnen, somal es schneller läuft als DU.
Gruß, Christian

Horst @ 22. April 2007 - 14:58
Hallo Christian,
habe selten so einen Mist gelesen, wie den, der speziell von Dir verzapft wurde. Spar Dir gefälligst einen solchen Blödsinn.
Walzenspinnen können weder springen, noch schneller als ein Mensch laufen.
Ein Angriff auf Menschen bedeutet natürlich auch keine Bedrohung, denn mit einem gezielten Fußtritt sind sie sofort hinüber.
Wirst wohl Landser in Afghanistan gewesen sein und sonnst Dich daher gerne am Schrecken anderer. Der Krieg hinterläßt halt Spuren, in jeder Weise, sei es als Horror(meldung), sei es in der Übertreibung.

Christian @ 22. April 2007 - 15:58
Hallo Horst.
Hör auf andere persönlich anzugreifen und lies auch die Berichte zu den Bildern. Ich habe nicht gesagt, dass die Tiere eine Bedrohung für uns sind. Allerdings ist ein Biss trotzdem schmerzhaft. Ich bitte Dich jetzt, nochmal über Deinen letzten Satz nachzudenken. Gruß, Christian

Dr. M. Hecht aus Bayern @ 22. April 2007 - 18:35
Im Grunde wurde schon alles wissenswerte erwähnt, also gibt es auch keine offenen Fragen mehr, bis auf die natürlichen Feinde der Solifugae, nun jegliches Säugetier, Reptil, Vogel oder Insekt bzw. Spinnentier, welches auch proteinreiche Nahrung nicht verschmäht und eine gewisse Größe hat, frisst auch liebend gern Walzenspinnen.
Über etwaige Spekulationen und Übertreibungen der Presse oder Berichte von Soldaten brauchen wir hier garnicht mehr diskutieren, da die wissenschaftliche Seite bereits dargelegt und erklärt wurde.

Solifugae können nicht weiter springen als eine Vogelspinne dies kann, im allgemeinen sind das ca. 10cm wenn es hoch kommt. Das die Tiere sehr schnell sind steht außer Frage, das ihre Spitzengeschwindigkeit auf den Menschen übertragen, dessen Geschwindigkeit um ein Vielfaches übersteigt ist auch richtig, jedoch von der Größe betrachtet, braucht ein Mensch einen Schritt, wo eine Solifugid 100erte braucht, somit ist die \"Schnelligkeit\" der Tiere zu vernachlässigen, bei einem Sprint oder schnellem Gang hätte die Walzenspinne immer ein Nachsehen.

MfG
Dr. der Biologie und Arachnologie
Dr. M. Hecht

Horst @ 22. April 2007 - 19:31
Hallo Christian,
entweder Du warst Soldat in Afghanistan und dann ist Vorsicht geboten. Ich habe eine ganze Menge Berichte von GI`s gelesen, deren \"Berichte\" einem Münchhausen locker Konkurrenz machen. Schau die Dir mal im Internet an und dann urteile selbst. Aus sicherlich aggressiven Tieren werden auf einmal Sprinter erzeugt, die mit mehr als 30 Meilen entlangsausen, über 30 cm groß werden und so ziemlich alles überfallen.
Tatsache jedoch ist, daß diese Spinnentiere max. 16 km schnell laufen können und eine Körperlänge von höchstens 7cm erreichen.
Auch mit der Überwältigungskunst der Walzenspinnen hat es Grenzen. Eine ca. 30cm große Blauracke z.B.verzehrt sie ohne Schwierigkeiten.
Solltest Du nicht am Bundeswehreinsatz in A. beteiligt gewesen sein, dann gilt letzter Satz nicht für Dich, wohl aber für viele Soldaten, egal woher sie kommen.
Es macht immer mal wieder Sinn seriöse Biobücher zu lesen, um so zu fundierten Bewertungen zu gelangen.

Gary aus ms @ 02. Mai 2007 - 12:52
@peter! erstens kannst du die beiden garnicht zusammenhalten weil die walzenspinne es viel heißer und trockender braucht als der pandinus, zweitens ist es total krank soclhe experimente zu machen und drittens glaube ich nicht das der pandinus die walzenspinne platt macht. der pandinus imperator ist ja wohl die schwuchtel unter den skorpionen. ich persönlich hab einen pandinus noch nie zustechen gesehn. die erlegen doch alles mit den scheren...naja, man kann sich auch was zusammenspinnen

Peter @ 02. Mai 2007 - 13:34
@gary, Du schreibst einen echten Schwachsinn, da Du nur vom bloßen Glauben ausgehst und zudem Pandinus als eine Schwuchtel bezeichnest. So eine Bewertung ist völlig unqualifiziert.Laß die Moral mal lieber in der Kirche oder bei den Parteien. Der Glauben hat in der Biologie so garnichts zu suchen, was zählt sind allein Beobachtungen sowie sonstige empirische Fakten.
Wenn was krank ist, dann Deine bloße moralische Bewertung, die einer Gefühlsduselei geschuldet ist.
Und noch was, Pandinus ist zwar recht friedfertig, jedoch bei Gefahr durchaus furchtlos und zudem unter den Gliedertieren ein wahres Kraftpaket. Auf Grund seiner sehr viel größeren Kraft, als die der Walzenspinne, sowie seiner Schwere plus Panzerung, ist er klar im Vorteil, daher entschied er auch den Kampf.

Gary aus ms @ 02. Mai 2007 - 13:40
vielleicht war die walzenspinne nur total schlapp weil du sie falsch gehalten hast. diese tiere haben im habitat enorme temperaturen. mach doch mal genauere angaben zu den haltungsbedingungen und erzähl mal welche solifugae das genau war...
wenn du schon solche \"wissenschaftlichen\" versuche machst musst du doch genauere informationen geben herr wissenschaftler...

Peter @ 02. Mai 2007 - 15:04
Also, es war eine W. aus der Gattung der Galeodidae. Ich hielt sie in einem Terrarium mit den Maßen 60x40cm.
Der Boden war mit Sand bestreut und der Behälter stand bei der Heizung.
Du hast mich übrigens auf eine Idee gebracht, da es etwa 800-900 Walzenspinnenarten gibt, sollten meine Experimente, insoweit fortgesetzt werden, daß mehrere Gattungen zum Kampf antreten, es sind nicht so viele! Vielleicht könnte es ja eine \"schwächliche\" Art gewesen sein. Auch battles zwischen ihnen und Skolopendern machen durchaus Sinn. Da besteht m.E. noch Informationsbedarf. In dem Zusammenhang mal was zur Wissenschaft. Diese betreibt zwar nicht derlei Untersuchungen, weil angeblich zu human, wohl aber andere Experimente, über die viele geteilter Meinung sein dürften. Hier mal ein entsprechndes Beispiel: Ich habe in einem wissenschaftlichen Buch gelesen, wie ein Prof. die Überlebensfähigkeit von Hundertfüßern überprüfte. Er schnitt von vielen Exemplaren Körpersegmente ab und testete die Überlebenszeit/fähigkeit. Zum Schluß ermittelte er 30% entfernter Körperteile. Er verriet allerdings nicht, wie lange solche amputierten Tiere lebten. M.E. trocknen sie so aus.
Ich bin nun kein Wissenschaftler, habe auch nicht vor die Überlebensfähigkeit von Gliedertieren zu testen, aber möchte gerne die Wehrhaftigkeit der Walzenspinnen kennenlernen.


Olli aus Germany @ 03. August 2007 - 01:36
Also ich hätte hier nochmal einen Erfahrungsbericht von einem nicht-Soldaten und NICHT aus einer Wüste, sondern aus einem Urlaub in Griechenland (Petra auf der Insel Lesbos).
Die Walzenspinne (die genaue Art kenn ich nicht) kam uns auf der Terrasse besuchen und war zunächst einmal nicht sehr schnell. Es war Nacht aber wir hatten Licht an und auch Fotos. Die Spinne war in etwa so groß wie eine Kassettenhülle (die habe ich vorsichtig daneben gelegt), war also recht imposant und super eklig. Die spitzen Mundwerkzeuge konnte man gut erkennen. Aber das krasseste war das FAUCHEN! Keine Ahnung wie die das gemacht hat aber das war echt gruselig...
Sie hat aber nur gefaucht weil ich sie mit einem Stock geärgert habe.
Wir haben sie dann in den Hühnerverschlag gelegt und da hat ihr auch das fauchen nichts geholfen...
Die Spinne war eine total imposante Erfahrung kam aber nicht an die ganzen Mythen ran.
Aber das Fauchen war echt sehr krass, damit hatte ich von einer Spinne nie gerechnet!

Dr. M. Hecht aus Bayern @ 03. August 2007 - 10:16
Um Peter`s Experiment noch einmal von meiner Seite zu beurteilen.
Die Galeodidae besser gesagt Galeodes arabs ist die bekannte \"Kamelspinne\" aus dem Irak. Größe bis zu 6cm, Beinspanne bis max. 15cm. Die Tiere sind nachtaktiv und daher muss sie am Tag den nötigen Ruhezustand erreichen um für die Nacht auch fit zu sein. Wenn das Tier nach der langen Reise völlig kraftlos im Terrarium landet und dann einem Kontrahenten ausgesetzt wird ist das Ergebnis schon vorher klar.
Um dem Imperator ein ebenbürtiges Tier entgegen zu setzen, würde ich jedoch auf Grund des Körperbaues, die Rhagodes Arten vorziehen, deren kräftiges Gebiss und der bullige Körperbau kommen, dem des Pandinus um einiges näher als der einer Kamelspinne welche doch recht dürr und kraftlos erscheint.
Zum Experiment als solches, es gibt sicherlich ethische und moralische Einwände gegen das pure töten von Tieren, bzw. Hundekämpfen etc. bei Gliederfüßern etc. gilt jedoch meist, der Stärkere gewinnt und der Schwächere wird gefressen, also hier steht nicht der Kampf, sondern die Nahrungsbeschaffung im Vordergrund. Das heißt ob ich einem Skorpion nun eine Maus, Heimchen, Grillen oder eine Walzenspinne zum Fraß vorwerfe bzw. andersherum, das hängt von meinem Geldbeutel ab. Eine Box Heimchen kostet schätzungsweiße 2,50 € eine Walzenspinne ca. 30 €.
Also im Prinzip der Vergleich Currywurst/Döner zu Restaurant. Warum sollte man dies nicht mit der wissenschaftlichen Seite verbinden und das Beute- und Fressverhalten zu erforschen.
Auch ich habe meiner Grammostola rosea, Körpergröße ca. 6cm schon eine neugeborene Maus vorgesetzt, ich wollte einfach sehen ob die Spinne ein fast gleich großes Beutetier mit ledriger Haut, überwältigen und fressen kann. Das Ende vom Lied, ein kurzer quietscher und ca. 1,5 Tage später war die Maus aufgesogen.

Noch kurz zu Ollis Bericht:
Das Fauchen wird durch das reiben der Kiefer aneinander verursacht, ähnlich dem \"zirpen\" einer Grille, welche ihre Flügel, bzw. die Beine an die Flügel reibt.

MfG
Dr. der Biologie und Arachnologie
Dr. M. Hecht

Horst @ 03. August 2007 - 22:54
Ich glaube, es wäre schon mal interessant herauszufinden, ob Walzenspinnen den Imperator pandinus überwältigen können. Zwar ist es von der ethischen Seite ein wenig bedenklich, doch man darf nicht vergessen, dass recht hoch entwickelte Haustiere in qualvoller Enge ihre Existenz fristen. Da gerinnt ein Kampf zwischen 2 niederen Tieren doch arg an Bedeutung.
Allerdings sollte ein fair play gegeben sein, d.h. es ist ein solches Terrain zu schaffen, dass die Walzenspinne genug Anlauf nehmen kann. Schließlich ist sie so was wie ein Renner.
Solche Kämpfe dienen letztendlich dazu herauszufinden, was in der \"Kampfmaschine\" Walzenspinne drin steckt und was nicht. Nur durch Kämpfe kann man es letztendlich ermitteln.
Es ist nun mal das Wesen dieser Spinnentiere durch ein hohes Maß an Aggression aufzufallen. Messen wir daher dies Tier an seinem \"Potential\". In dem Zusammenhang wäre es interessant herauszufinden, wer denn nun adäquate Gener von Solifugae sind. Wer genau kann ihnen \"die Stirn\" bieten und wer ist in etwa diesen Tieren überlegen, d.h. kann sie grad so überwältigen.
Dies all ist m.W. bis jetzt noch nie untersucht worden, obwohl doch nur so das Gesamtwesen dieser interessanten Spinnenart ersichtlich wird.
Interessant wäre in dem Zusammenhang eine Auseinandersetzung zwischen einer Walzenspinne und div. Skolopenderarten. Sicherlich gibt es da noch andere Tierarten, die gleichfalls recht wehrhaft sind und man gerne wissen möchte, wer denn nun eigentlich der Sieger sein könnte.
Ist das alles erst einmal ermittelt, dann sollte es nicht noch einmal ausgetestet werden, da ansonsten eine bloße Schaulust befriedigt würde.


Dr. M. Hecht aus Bayern @ 03. August 2007 - 23:16
Der Ausgang einer Auseinandersetzung zwischen Solifugae und einem Kontrahenten mit ähnlicher Kraft, Statur etc. ist natürlich immer auch vom Zustand des Tieres und auch vom Glück abhängig, da kann sowohl die Solifugae als auch das andere Tier den Sieg für sich entscheiden. Ähnlich wie die Sandwespe und die Vogelspinne, die Sandwespe kann die Vogelspinne überwältigen und ihr Ei auf dem betäubten Körper ablegen, genausogut kann aber auch die Vogelspinne als erste einen gezielten Biss setzen und die Wespe überwältigen bevor diese zustechen kann.
Bei einem derartigen \"Experiment\" zwischen Walzenspinne und Skorpion kommt es auch auf den Körperzustand und das Glück an und kann mitunter viele, viele Versuche verschlingen, bis die Walzenspinne siegt. Viel interessanter ist das gesamte Jagd- und vor allem Fressverhalten der Walzenspinnen, da doch alles recht plump, brutal und eklig von statten geht, also unzivilisierter und viel spartanischer als z.B. Vogelspinnen oder Skorpione.
Was man bei dem ganzen nicht vergessen darf, Solifugae sind nicht mit z.B. Theraphosa Arten zu vergleichen, die meisten Walzenspinnen sind relativ klein und auf Grund der fehlenden Giftdrüsen, auch nicht in der Lage über venomalem Weg, das Beutetier, bzw. den Kontrahenten außer Gefecht zu setzen. Daher gehen auch Soliugae, trotz ihrer Agressivität, größeren Kontrahenten aus dem Weg bzw. halten sich an wehrlosere Tiere, wie z.B. kleine Nager oder Echsen.

Wenn man sich die Cheliceren der Walzenspinnen einmal genauer ansieht, wird man feststellen, das diese dazu dienen, Beutetiere zu zerteilen und für einen gezielten Biss eher untauglich sind. Selbst eine Grammostola Rosea hat mit 5-6cm Körperlänge, erstaunlich große Cheliceren und könnte einer Solifugae sehr gefährlich werden, da diese die Vogelspinne nicht packen kann, ohne das diese zubeißen würde.

Also an alle Interessenten und vor allem Geschichtenerzähler, schaut Euch einmal den Körperbau der Walzenspinnen und vor allem das Jagd- und Fressverhalten an, dann werdet Ihr feststellen, das die Walzenspinne ein Jäger ist, der sein Beutetier überwältigt, festklammert und dann lebendig vor dem Mund zerteilt und vorferdaut.
Diese Jagdmethode ohne Betäubungsstachel bzw. Giftdrüsen machen wehrhafte Tiere wie Spinnen und Skorpione für gefährliche Gegner, denen die Solifugae in freier Wildbahn eher aus dem Weg gehen würde. (Paarungszeit etc. mal außen vor gelassen, da die Tiere während dieser Zeit äußerst gereizt und aggressiv sind)

MfG
Dr. der Biologie und Arachnologie
Dr. M. Hecht

Maikel aus Bremen @ 13. September 2007 - 09:28
Mich würde mal interessieren, wenn ich jetzt eine oder mehrere Spinnen dieser Art aussetzen würde, hier in Deutschland, könnten die dann lange unter diesen kalten Bedingungen leben? Oder sind diese Spinnen so schlau und suchen sich geeignete Plätze zum überleben?

Ausserdem ist da noch die Frage ob die Spinnen denn Gift im Körper haben? Denn weiter oben, so hab ich es jedenfalls verstanden, steht etwas über ein Gift, das aber nicht durchs beissen sondern mit Hilfsmitteln übertragen wurde. Aber selbst wenn es nicht über einen Biss übertragen wird, muss es denn ja auch in irgendeiner Form im inneren der Walzspinne bzw. Kamelspinne sein.

Meine letzte abschliessende Frage ist: Ist sie wirklich die grösste uns bekannte Spinne, oder gibt es evtl. noch grössere?

Gruß, Maikel

Dr. M. Hecht aus Bayern @ 13. September 2007 - 09:35
Die Solifugen können bei unseren kalten temperaturen nicht lange überleben, sie fallen zuerst in eine Kältestarre und verhungern bzw. dehydrieren dann.

Über ein Gift ist desweiteren noch nichts bekannt, der Test damals wurde unter nicht nachvollziehbaren Gesichtspunkten vollzogen, es ist nicht einmal sicher ob dieser Test jemeils statt gefunden hat.
Damals gingen die Forscher davon aus, das eine Rhagodes Art, Giftdrüsen besitze, dies wurde aber bis heute nicht bestätigt.

Um es kurz zu machen, Solifungen sind Skorpione ohne Stachel und Pedipalpen, eine weitere \"Übergangsform\" zwischen Spinne und Skorpion, ähnlich den Geißelspinnen und Geißelskorpionen.

MfG
Dr. der Biologie und Arachnologie
Dr. M. Hecht

Maikel aus Bremen @ 13. September 2007 - 11:28
Das ist ja ein Ding, bei 20 Grad fallen die schon in eine Kältestarre?

Also ist die Walzspinne in prinzip gar keine Spinne? Naja, das ist tiefgehende Biologie, da hab ich keine Ahnung von :D

Finde das ganze Thema ziemlich interessant, danke auch für die schnelle Antwort!

Dr. M. Hecht aus Bayern @ 13. September 2007 - 16:45
Bei 20 Grad fallen sie wohl noch nicht direkt in eine Starre, allerdings verlangsamt sich der gesamte Körperrhythmus, was bedeutet das Stoffwechsel, Verdauung etc. viel langsamer von statten gehen. Dies wirkt sich auch auf die Bewegug aus. Dies bedeutet kaum Fluchtmöglichkeiten vor Fressfeinden, da eben zu langsam und im Winter sterben sie dann auf Grund der Kältestarre bzw. Erfrierung.
Man muss natürlich im Vergleich dazu sehen, das einheimische Spinnen einen viel kürzeren Lebenszyklus haben als Exoten, welche wie Vogelspinnen z.B. über 20 Jahre alt werden können.
Einheimische Spinnenarten leben meist nur 1-2 Jahre bevor sie sterben, dafür ist die Anzahl, der aus einem Kokon schlüpfenden Nymphen, dementsprechend hoch.

Die Walzenspinne ist nicht nur im Prinzip sondern tatsächlich, keine Spinne, sie zählt neben vielen anderen, zu den Spinnentieren. Dazu gehören unter anderem Skorpione, Geißelspinnen, Geißelskorpione, Milben, Zecken, Spinnen, Weberknechte und Pseudoskorpione. Sie wird nur auf Grund der \"eindeutschung\" als WalzenSPINNE bezeichnet, es gibt viele weitere Begriffe, wie Sunspider, Windscorpion, Sonnenflüchter etc. ich bleibe da lieber bei Solifugae, der wissenschaftlichen Bezeichnung der Familie. Welche dann viele, viele Gattungen an \"Walzenspinnen\" vereint.

MfG
Dr. der Biologie und Arachnologie
Dr. M. Hecht

Maikel aus Bremen @ 13. September 2007 - 17:49
Wie gesagt, sehr interessant, vielen Dank! Jetzt ist fürs erste keine Frage mehr offen ;)

Gruss, Maikel

Peter aus Deutschland @ 18. September 2007 - 21:42
Es erstaunt mich, dass die Walzenspinnen schon bei 20 Grad in eine Starre verfallen. Die leben doch auch in Kasachstan z.B. und da dürfte es zeitweise doch recht kalt werden.
Das verstehe ich nicht so ganz.

Dr. M. Hecht aus Bayern @ 18. September 2007 - 22:56
Wie ich bereits weiter oben erwähnte:

Bei 20 Grad fallen sie wohl noch nicht direkt in eine Starre, allerdings verlangsamt sich der gesamte Körperrhythmus, was bedeutet das Stoffwechsel, Verdauung etc. viel langsamer von statten gehen. Dies wirkt sich auch auf die Bewegug aus.

Es ist allgemein bekannt, das Wirbellose, bei wärmeren Temperaturen, aktiver werden.

Ab wieviel Grad die jeweilige Gattung in eine Starre verfällt ist natürlich vom natürlichen Habitat und Zyklus abhängig.

MfG
Dr. der Biologie und Arachnologie
Dr. M. Hecht

Markus aus Mainz @ 23. Oktober 2007 - 22:27
Ich habe mal vor ein paar Jahren eine Solifuge auf einer Reptilienbörse in Koblenz erstanden; eine Art aus Sinai/Ägypten.Bedingt,dass die Bücherlektüre i.S.Haltung recht dünn ist, hielt ich das Tier leider
verkehrt.Im zu kleinen Terrarium.
Wie gesagt,das Tier ist nachtaktiv,
entwickelte es einen typischen Hospitalismus.......also,wer solch
ein Tier halten möchte, sollte idealer Weise ein \"Terri\" von 1-2
Quadratmeter Lauffläche haben.Heimchen und Grillen sind ideales Futter.Einmal wurde auch eine Wanderheuschrecke verfüttert,die beim Einbiss noch versuchte,wegzuspringen, was recht witzig aussah....zumal die \"eingebissene\" Solifuge mitsprang.Interessant war das Beobachten, dass sich die Solifuge
nach ihrer Mahlzeit die Mundwerkzeuge im Sand reinigte.Auch
das seitliche Sand wegschaufeln um
sich zu vergraben, ist eine interessante Beobachtung.Einen Fress/Beissreiz hat dieses Wesen fast immer, so dass einem erscheint,als würde sie AUS DER HAND FRESSEN.Ein Bekannter berichtete,dass Solifungen auch kleine Fleischstücke \"aus der Hand
fressen\".Ich denke allerdings,dass
es recht günstig ist,wenn die Temperatur nicht höher als 20 Grad beträgt, sonst verbeisst sich das
Tierchen in der Hand....AUA.
Aua auch, dass das Tier bedingt durch falsche Haltung nicht sehr alt wurde.Also wenn eine Solifuge,
dann nur noch unter richtigen Bedingungen.
Noch ne Frage an den Experten Dr.M.Hecht.
Ich entdeckte am Unterleib seitlich
feine Körperteile, die aussahen wie
Saugnäpfe.(Evtl.Atmungsorgane ?).
Gruss,Markus

unbekannt @ 23. Oktober 2007 - 22:28


unbekannt @ 23. Oktober 2007 - 22:28


Dr. M. Hecht aus Bayern @ 23. Oktober 2007 - 23:44
Diese blasenförmigen Auswüchse werden wohl die äußeren Atmungsorgane(Stigmen)gewesen sein. Sie sind mit dem inneren Atmungssystem dem Tracheensystem verbunden. Wie bei Insekten sind bei den Solifugae alle Tracheenäste anastomosiert und um vieles Leistungsstärker als das Atmungssystem des Menschen. Man geht davon aus, das die zu beobachtende, \"ruckartige\" Bewegungsfolge mit plötzlichem Stillstand auf Grund des trachealen Atmungssystems und der sehr schnellen Aktivität zu stande kommt. Das Tier bewegt sich über seiner Kapazität könnte man sagen, deswegen muss es Ruhepausen einlegen.

Die Stigmen sind bei den Arten der Solifugae unterschiedlich stark ausgeprägt und wachsen bis zur adulten Größe an.

Dieses Atmungssystem und weitere Körpermerkmale(Chelizeren etc.) haben die Solifugae mit den Pseudoscorpiones(Pseudoskorpionen)gemeinsam, so das man heute davon ausgeht das die Pseudoskorpione die nähesten Verwandten der Solifugae sind, nicht wie fälschlich angenommen die Scorpiones(Skorpione) oder Araneae(echte Spinnen).

Soviel zum wissenschaftlichen Teil, ist meist sehr trockener Stoff und nicht für jeden interessant.

Nun zur Praxis:
1-2 Quadratmeter Lauffläche klingen zwar recht nett, allerdings auch nicht zwingend richtig. Solifuage sind territorial veranlagt, sprich sie \"schaufeln\" sich eine Höhle und gehen nächtlich auf die Pirsch. Es gibt auch einige Arten die sich vornehmlich und vorwiegend unterirdisch bewegen. Viel mehr ist genau dies der häufigste Haltungsfehler und Ansatzpunkt für die weiteren Forschungen. Solifugae werden wohl oftmals unterirdisch leben und nur nachts nach draußen kommen, ähnlich einiger Vogelspinnen (Citharischius crawshayi etc.) dazu kommt, das sie wohl eine bestimmte recht kleine Temperaturspanne und gewisse Luft-/Umgebungsfeuchtigkeit brauchen um sich richtig zu entwickeln. Diese lässt sich wohl nur durch unterirdische und nächtliche Aktivitäten erreichen.
Der allgemein recht kurze Lebenszyklus macht Forschungen hier allerdings recht schwer. Aktuell sind mir keine Nachzuchten bekannt, die angebotenen Tiere entstammen meist Wildfängen.

MfG
Dr. der Biologie und Arachnologie
Dr. M. Hecht

Dr. M. Hecht aus Bayern @ 24. Oktober 2007 - 00:01
Zitat:Maikel
Ist sie wirklich die grösste uns bekannte Spinne, oder gibt es evtl. noch grössere?

Um auch diese Frage einmal auf zu greifen.
Geht man von der hier in Deutschland heimischen Spinne aus, so gehört zu den größten Spinnen:
- Argiope bruennichi
- Dolomedes fimbriatus
- Tegenaria domestica & T. atrica
- Amaurobius ferox

Zu den Tieren im einzelnen:
Argiope bruennichi(Wespenspinne)
Ist eine aus dem Mittelmeerraum stammende Radnetzspinne die nach Deutschland eingewandert ist. Ihr Opisthosoma ist gelb-weiß mit schwarzen Streifen und die Spinne kann eine Spannweite von 7-8cm erreichen.

Dolomedes fimbriatus(gerandete Jagdspinne)
Ist eine Pisauridae(Raubspinne) die ebenfalls ca. 7-8cm Spannweite erreichen kann. Sie zählt leider zu den bedrohten Tieren.

Tegenaria domestica & T. atrica(Hauswinkelspinne)
Diese netten Gesellen dürfte schon jeder von uns zu Hause oder in einem Schuppen gefunden haben. Die Größe machen bei diesen Tieren größtenteils die Beine aus, 9-10cm sind keine Seltenheit.

Amaurobius ferox(Kellerspinne)
Sie zählt hier zwar zu den kleineren Gesellen mit einer Spannweite von 2-3cm, allerdings ist der Körper recht bullig und stark was dem Tier eine beeindruckende Statur verleiht.

Geht man von einer exotischen Spinne aus, so gehört zu den größten Spinnen:

Vogelspinnen:
- Theraphosa blondi & Theraphosa apophysis, mit bis zu 28cm Beinspannweite wohl ungeschlagen.

Labidognathe:
Die Art Heteropoda maxima aus der Familie der Sparassidae(Riesenkrabbenspinnen) soll eine Beinspannweite von bis zu 25cm erreichen, allerdings erweißt sich eine Haltung und Nachzucht hier, ähnlich schwierig wie bei den Solifugae.

Man könnte diese Aufzählung noch weiter fortführen, allerdings würde das meiner Meinung nach zu ausufernd und vor allem zu offtopic werden.

MfG
Dr. der Biologie und Arachnologie
Dr. M. Hecht

Horst @ 25. Oktober 2007 - 13:04
Habe erfahren, dass es in den USA eine Fledermausart , nämlich Pallidum gibt, die sogar Skorpione und Skolopender erbeutet. Würde mich mal interessieren, ob sie auch Walzenspinnen zu überwältigen vermag, also diese auf ihrem Speisezettel hat.
Dr. Hecht o.a., wer kann Auskunft darüber erteilen?

Dr. M. Hecht aus Bayern @ 25. Oktober 2007 - 19:24
Hallo Horst,
Walzenspinnen, Skorpione und Skolopender sind zwar recht wehrhafte Tiere, allerdings haben sie schon einige natürliche Fressfeinde, nicht zuletzt die eigenen Artgenossen. In wie weit eine amerikanische Fledermausart vermag Solifugae zu überwältigen und zu fressen, kann ich schlecht beurteilen, da ich es selbst noch nicht gesehen habe, kann mir das aber durchaus vorstellen.
Zur Beute der Fledermaus würden dann Solifugae aus den Familien Ammotrechidae mit vier Gattungen und Eremobatidae mit sieben Gattungen zählen, welche um Californien etc. verbreitet sind.

MfG
Dr. der Biologie und Arachnologie
Dr. M. Hecht

Peter aus Deutschland @ 25. Oktober 2007 - 22:43
Bin an einer Einschätzung von Dr. Hecht interessiert. Und zwar Folgendes: Habe in einem Fachbuch eines US-Biologen, m.W. von Ponzo gelesen, dass er bei einer Feldstudie beobachtete, dass eine Kröte und eine Walzenspinne einen gemeinsamen Bau besaßen. Ich gehe mal davon aus, dass die Wohnhöhle nicht von der W., wohl aber von der Kröte gebaut wurde, da ein Spinnentier keinen so breiten Eingang gräbt, als dass ein Amphibium \"einfahren\" könnte.
Was mich hierbei sehr wundert, ist die Tatsache, wie so zwei recht unterschiedliche Tiere \"friedlich\" zusammen wohnen können.
Es ist ja woh allgemein bekannt, dass Walzenspinnen überaus ungemütliche Tiere sind.
Ich erkläre mir das nun so, dass beide Arten ganz unterschiedliche Schlaf, -u. Wachzeiten haben und sich dann recht selten begegnen, wenn überhaupt.
Vorstellbar ist für mich zumindest, dass beide 2 Schlafkammern bewohnen, so dass sie ganz gewiss nicht aneinander \"kuscheln\".
Möglicherweise gibt es auch mehr als einen Ein,-u. Ausgang.
Weiterhin stelle ich mir vor, dass im Bau Burgfrieden herrscht, außerhalb sich die beiden entweder aus dem Weg gehen oder es zu Attacken kommen kann.
Leider beschreibt das Fachbuch nicht, (in englischer Sprache) wie lange die recht sonderbare Koexistenz währt(e).


Dr. M. Hecht aus Bayern @ 25. Oktober 2007 - 23:35
Hallo Peter schön wieder etwas von dir zu lesen.
Ich denke derartige Koexistenzen sind zwar nicht die Regel aber durchaus möglich.
Gehen wir davon aus, das die Kröte auf bestimmte Futtertiere speziallisiert ist(z.B. Schnecken) und die Solifugae die Kröte daher als \"Gegenstand\" bzw. nicht als Bedrohung identifiziert so besteht für keinen der beiden eine Gefahr. Kröten und Solifugae sind beide nachtaktive Tiere, daher fällt der unterschiedliche Wach-Schalfrhythmus weg. Es wäre interessant um welche Arten es sich dabei handelt/handelte, um genaueres in Erfahrung zu bringen. Aber ähnliche Koexistenzen oder Nutzexistenzen gibt es im Tierreich recht häufig, man nehme nur die Läuse melkenden Ameisen, welche die Läuse auch ohne weiteres fressen könnten.
Ein weiteres Beispiel findet sich in größerem Maße und etwas anderer Zusammensetzung im Regenwald wo ein ständiger Wechsel(Sukzession) zwischen Klimax- und Pionierarten herrscht und somit Koexistenzen gegründet werden um zu überleben. Pilze wachsen im Schatten der Bäume, die Pilze vermodern, Fliegen in großer Menge, Frösche fangen die Fliegen, Spinnen die Frösche etc. somit besteht eine Koexistenz zwischen Pionierarten wie Ameisenbäumen und Spinnen/Fröschen/Pilzen.
In unserem fall könnte die Solifugae zum Beispiel davon profitieren, das ihre Höhle bewacht wird und somit keine Bedrohung während des Tages droht, die Kröte hingegen \"duldet\" die Solifuage schlichtweg, da sie mit dem Tier nichts anfangen kann, es leben sicherlich noch viele weitere Tiere in dieser Höhle, Ameisen, andere Spinnen, Würmer, Springschwänze, Milben uvm.
Aber wie gesagt es handelt sich wie von dir erwartet nur um Einschätzungen, wenn man genaue Arten wüsste könnte man diese vertiefen, revidieren oder bestätigen.

MfG
Dr. der Biologie und Arachnologie
Dr. M. Hecht

thomas @ 29. Dezember 2007 - 22:11
mich hat auch schon immer interessiert,wer gegen wen gewinnt,allerdings würde ich meine tiere niemals gegeneinander stellen,besitze eine große t.blondi und denke mal,das der pandinus aus dem nachbar-terrarium da nix zu lachen hätte,aber auch wenn es mich wie gesagt schon interessieren täte,das ist doch nicht sinn der sache.ein kollege hat allerdings mal versuche gemacht,denn es heisst ja immer ,das zitterspinnen die großen tegenaria leicht erbeuten können,das kommt aber drauf an,im eigenen netz,hat die tegenaria aufgrund der fangtechnik der zitterspinnen keine chance,allerdings,im tegenaria-netz oder auf \"freiem feld\"ist auch die größte zitterspinne gegen tegenaria absolut chancenlos.

Rene` @ 29. Dezember 2007 - 22:24
In freier Wildbahn ist alles möglich,A besiegt B,Oder B besiegt A.
Das hat es alles schon gegeben,es kommt halt immer drauf an.Eine Walzenspinne ist auf jeden Fall ein gefährlicher Gegner,schön wäre es aber auf jeden Fall,wenn die Menschen in diesem schönen Tier noch ewtas anderes sehen könnten als nur eine Kampfmaschine.
Und,auch wenn es jetzt etwas am Thema vorbei geht,nur mal um es zu verdeutlichen:Es wurde schon beobachtet ,das ein Zebra sein junges gegen Löwen verteidigt hat und dem König der Löwen,der normalerweise klarer Sieger in diesem Duell ist,nen Schädel durch Huftritte zertrümmert hat und so den Löwen getötet hat.Möglich ist alles!

Dr. M. Hecht aus Bayern (http://www.arachnovobica.de/spinnenrad/) @ 29. Dezember 2007 - 23:46
Hallo Thomas und Renè
und natürlich auch alle anderen Leser und Interessierte.

Erst einmal wünsche ich nachträglich fröhliche Weihnachten und bereits jetzt einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Nun aber zu den Beiträgen:
Die \"Duell\" Thematik führt vom eigentlichen Thema leider etwas zu weit weg, dennoch möchte ich meine Einschätzung dazu geben.
Es gibt nur wenige Aspekte die ein Duell berechenbar machen und viele Punkte die ein Duell zum einen ausschließen und zum anderen unmöglich machen.
So wird es z.B. nie ein Duell zwischen Elefant und Delfin geben.
Auch ein Kampf zwischen Solifugid und Psalmopoeus cambridgei ist auf Grund der räumlichen Trennung nicht möglich (nur in Terrarienhaltung).
Aber um einmal ein recht simples Beispiel zu nennen, Fauchschaben wie z.B. Princisia vanwaerebeki, welche als Futtertiere für Theraphosidae gelten, können mit ihren Dornen bewehrten Beinen, das Abdomen einer Spinne zerfetzen und diese somit töten.
Aber genug zu dieser Thematik, es geht hier ja um einen Überlebenskampf, welcher als solcher in der Terraristik ja kaum vorkommt.
Solifugae sind wahrlich wunderbare Geschöpfe und wahnsinnig interessant zu beobachten, wenn gleich auch recht schwer zu züchten.

MfG
Dr. der Biologie und Arachnologie
Dr. M. Hecht

Ruth aus Bayern @ 30. Dezember 2007 - 19:31
Zu Anfang dieser Kommentar-Liste gab es einige Leute, die nicht daran glauben, dass die so genannten \"Camel-spiders\" überhaupt existieren. Ich habe das am Anfang auch nicht geglaubt, bis ich Bilder gesehen habe, auf denen Freunde von mir mit diesen Tieren zu sehen sind.

Camel-Spiders sind, soweit ich es weiß, sehr Sagen umwoben. So sagt man, dass sie einem, wenn man vor ihnen wegläuft, hinterher rennen. Da diese Tiere allerdings Nachtaktiv sind, ist es doch sehr verständlich, wenn sie tagsüber dem Schatten hinterher laufen.

Auch weiß ich, dass diese Tiere die vorderen Beine hochheben und fauchen sollte man sich ihnen nähern. Dies soll, so wurde mir gesagt, dazu führen, dass man weg geht. Finde ich eigentlich ganz gut.

Ich wusste nicht, dass Camel-Spiders nicht giftig sind. Es gibt so viele Gerüchte, dass man schon nicht mehr weiß, was wahr ist. Vielen Dank, Dr. Hecht, dass sie dies ein für alle Mal klar gesagt haben.

Noch ein oder zwei Fragen. Wenn man eine Camel-Spider in Kentucky/USA ausversehen einführt, wie hoch sind die Überlebenschancen und die Möglichkeit, dort Nachwuchs aufzuziehen?

Mit freundichen Grüßen,
Ruth M.

Dr. M. Hecht aus Bayern (http://www.arachnovobica.de/spinnenrad/) @ 30. Dezember 2007 - 20:02
Hallo Ruth,

ich möchte gleich zu deinen Fragen kommen.
Kentucky/USA ist bereits die Heimat der Eremobatidae und deren zwei Unterfamilien Eremobatinae und Therobatinae. Somit insgesammt 187 Arten die in Nord- und Zentralamerika bekannt sind.
Daher werden sich auch andere Arten einschleppen lassen und bei Nachwuchs und Arterhaltung z.B. in einem Fressfeind armen Gebiet, auch etablieren und einnisten.
Allerdings ist für Arten aus Afrika ein bestimmtes Klima notwendig, da es sonst keien Nachzuchten gibt.

MfG
Dr. der Biologie und Arachnologie
Dr. M. Hecht

lukas @ 08. Februar 2008 - 14:27


Anne (http://seesternchen123.uboot.com) @ 25. Februar 2008 - 00:42
Hallo Leute!
Ich hab bei lustich.de zum ersten Mal diese Kamel-/Walzenspinnen gesehen und wollte seitdem mehr über die krabbeltierchen erfahren...diese Seite hier hat mir bisher am meisten Infos gebracht,find ich sehr interessant...aber ich muss ma sagen,als ich mir das durchgelesen hab alles,hats bei mir laufend überall gejuckt und gekribbelt,weil ich Spinnen eigentlich total eklig finde.Das is bei mir wie bei einem Autounfall,wie man immer so schön sagt: es ist eklig,aber man muss trotzdem hingucken ^^
Besonders interessiert hat mich die Körpergröße von den Spinnen,da ein Kumpel von mir mal von einem Video erzählt hatte,wo ein Bundeswehrmesser in so einer Spinne stecken geblieben ist und die Spinne weiter gerannnt ist...war mir immr nicht sicher ob das n Scherz sein sollte oder ob der das ernst meinte, aber soweit ich jetzt interpretieren kann,wird kein Messer in so ner Spinne stecken bleiben,wenn sie nur 7 cm groß ist...richtig?^^
MfG

Regula aus der Schweiz @ 26. April 2008 - 20:15
Hallo zusammen.

Dieses Tier besuchte, zusammen mit einer etwas Grösseren, nachts unseren Übernachtungsplatz mit Lagerfeuer im Süden der algerischen Sahara. Am Morgen darauf fanden wir sie wieder. Am Gepäck. (Die Andere versteckte sich in einer Reisetasche.)

Doch schaut selber:

http://www.imuhar.com/issalane/galerie02/images/algerien1059.jpg

http://www.imuhar.com/issalane/galerie02/images/algerien1061.jpg

http://www.imuhar.com/issalane/galerie02/images/algerien1062.jpg

Gruss, Regula

Dr. M. Hecht aus Bayern (http://www.arachnovobica.de/spinnenrad) @ 26. April 2008 - 20:35
Hallo Regula,

solltest du die Tiere noch haben und nicht wissen wohin damit, biete ich dir meine Hilfe gerne an.

MfG
Dr. der Biologie und Arachnologie
Dr. M. Hecht





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